Nachfolge des Alpha-Clusters
In der Zielgeraden

von Peter Marksteiner (Ausgabe 01/2, Juni 2001)

 

Am 20. April 2001 - auf den Tag genau sechs Jahre nach der Inbetriebnahme des Alpha-Clusters - wurden die Anbote für das neue Integrierte Rechnersystem für numerisch intensive Anwendungen der Uni Wien eröffnet, das den Alpha-Cluster ablösen soll (siehe Comment 01/1).

Insgesamt sind sieben Anbote eingelangt - nicht nur von den großen Computer-Herstellern bzw. ihren österreichischen Resellern, sondern auch einige durchaus interessante "Eigenbau-Lösungen" kleinerer Firmen.

  • Bei allen angebotenen Systemen handelt es sich um Linux-Cluster. Die meisten bestehen aus Zweiprozessor-Maschinen mit Pentium III-Prozessoren, es sind aber auch Einprozessor-Systeme mit AMD Athlon- bzw. Alpha-Prozessoren dabei. Andere mögliche Lösungen wie Symmetrische Multiprozessoren mit RISC-Architektur unter Unix wurden nicht angeboten; offensichtlich können solche Systeme vom Preis-/Leistungsverhältnis nicht mithalten.
  • Obwohl der prinzipielle Cluster-Aufbau überall ähnlich ist, gibt es große Unterschiede, was die Organisation und Administration des Systems betrifft. Neben "freier" bzw. Open-Source-Software wird ausschließlich Cluster-Software der Portland Group angeboten.
  • In der Ausschreibung wird gefordert, daß zumindest ein Teil des Clusters über ein deutlich leistungsfähigeres Netzwerk als das übliche FastEthernet (100 Mbit/s) gekoppelt sein muß. Hier wurde in allen Fällen Myrinet (2 Gbit/s) angeboten.

Es ist zu erwarten, daß die Bewertung der Anbote bald abgeschlossen ist und die Vergabe des Auftrags schon vor dem Ende der gesetzlichen Frist (19. Juli 2001) erfolgen kann. Wer auch immer ihn erhalten wird - ein Platz in der Liste der TOP500 Supercomputer Sites ist der Uni Wien für einige Zeit sicher.