Ein Bild sagt mehr als tausend Worte ...

von Elisabeth Zoppoth (Ausgabe 01/2, Juni 2001)

 

... und braucht auch viel mehr Speicherplatz. Diese Tatsache sollte man nicht aus den Augen verlieren, wenn man das alte Sprichwort auf das neue Medium Internet übertragen und z.B. seine Homepage mit Fotos und Grafiken schmücken möchte. Angesichts der heute üblichen Anschlußbandbreiten sind bilderreiche Webseiten zwar durchaus vertretbar, viele Internet-Benutzer sind aber immer noch via Modem unterwegs - und kaum etwas läßt das Interesse an einer Webseite nachhaltiger erlahmen als eine endlose Übertragungszeit.

Als bequemen Ausweg aus diesem Dilemma bieten moderne, professionelle Bildbearbeitungsprogramme (z.B. Adobe Photoshop, Adobe ImageReady, Macromedia Fireworks, GIMP) sehr gute und komfortable Möglichkeiten, Bilder hinsichtlich ihrer Dateigröße und allgemeinen "Web-Tauglichkeit" zu optimieren. Beliebige Bilder oder Grafiken können dadurch auf einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Dateigröße reduziert werden, während die Bildqualität fast vollständig erhalten bleibt. Diesen Vorgang kann man mit Hilfe verschiedener Optionen auch noch weitgehend (und bequem) selbst steuern, wie im folgenden anhand des Programms Adobe Photoshop 6 gezeigt werden soll, das für Institute der Universität Wien beim ZID erhältlich ist (siehe www.univie.ac.at/ZID/standardsoftware/).

Vorab noch ein Hinweis: Mit Photoshop 6 ist es möglich, Bilder in mehrere Bereiche (Slices) zu unterteilen, auf die verschiedene Optimierungseinstellungen angewendet werden können. Das Arbeiten mit Slices wird in diesem Artikel nicht berücksichtigt - detaillierte Anleitungen dazu finden Sie z.B. im Photoshop-Handbuch.

Basics

Bei Bildern, die für die Ausgabe auf Computerbildschirmen bestimmt sind, gelten andere Maßstäbe als bei Bildern, die gedruckt werden sollen. Beispielsweise verwendet man für gedruckte Bilder im allgemeinen eine Auflösung von mindestens 300 dpi (dots per inch); im Internet reichen aber 70 bis 100 dpi, da die meisten Standardmonitore nicht mehr als 72 dpi darstellen können. Bei der Optimierung mit Photoshop wird die Auflösung des Bildes daher automatisch auf 72 dpi zurückgesetzt, falls es nicht bereits mit dieser niedrigen Auflösung eingescannt wurde.

Die Farbtiefe des Bildes verdient ebenfalls ein wenig Aufmerksamkeit: Die gebräuchlichsten Werte sind hier 8-Bit-Farbe (d.h. insgesamt können 256 verschiedene Farben dargestellt werden) und 24-Bit-Farbe (insgesamt 16,7 Mio. verschiedene Farben). Für Fotos und für Grafiken mit Farbverläufen empfiehlt sich daher ein Dateiformat, das 24-Bit-Farbe unterstützt (JPEG oder PNG-24, siehe unten). Neben dem meist größeren Speicherbedarf haben 24-Bit-Bilder allerdings noch einen weiteren Nachteil: Ältere Computer bzw. Browser arbeiten oft nur mit einer Farbtabelle von 256 Farben, die noch dazu bei Windows- und Mac-Systemen unterschiedlich ist. Muß ein solcher Browser nun ein 24-Bit-Bild anzeigen, simuliert er die in seiner Farbtabelle nicht vorhandenen Farben des Bildes durch das sogenannte Browser-Dithering - eine Methode, die zu äußerst unschönen Ergebnissen führen kann. (Als Dithering bezeichnet man den Versuch eines beliebigen Programms, durch benachbarte Bildpunkte in verschiedenen Farben den Eindruck der gewünschten Farbe zu erzeugen; bei Grafikprogrammen kann man diesen Vorgang meistens steuern, bei Browsern nicht.) Leider hat auch der naheliegende Ausweg, nämlich von vornherein nur 8-Bit-Bilder anzubieten, einen Haken: Beim Speichern von 24-Bit-Bildern in einem 8-Bit-Format (GIF oder PNG-8) gehen unweigerlich Farbinformationen verloren; außerdem kann Browser-Dithering auch bei 8-Bit-Bildern auftreten, wenn sich die für das Bild verwendete Farbtabelle von der des Browsers unterscheidet.

Alle für das WWW geeigneten Dateiformate verwenden Komprimierung, um die Dateigröße möglichst gering zu halten. Im wesentlichen unterscheidet man dabei zwischen Lossy- und Lossless-Methoden: Bei Lossy-Komprimierung wird weniger signifikante Information gelöscht, was sehr hohe Komprimierungsraten ermöglicht - die Dateigröße kann sich bis auf ein Hundertstel reduzieren. (Dabei sollte allerdings immer das Originalbild verwendet werden: Wiederholt man Lossy-Komprimierung mehrmals am selben Bild, kann das fatale Auswirkungen auf die Qualität haben.) Lossless-Komprimierung arbeitet hingegen - abgesehen vom erwähnten Farbverlust beim Speichern von 24-Bit-Bildern in einem 8-Bit-Format - verlustfrei, also ohne Löschen von Information. Dennoch können auch damit beachtliche Komprimierungsraten erreicht werden.

Beim Speichern von Bildern für das WWW sollte man eines der folgenden Dateiformate wählen:

  • GIF (Graphics Interchange Format) verwendet 8-Bit-Farbe und Lossless-Komprimierung; zusätzlich kann aber auch Lossy-Komprimierung angewendet werden. Das GIF-Format empfiehlt sich bei Grafiken mit großen, homogenen Farbflächen, Textbestandteilen und scharfen Kanten (z.B. Vektorgrafiken, Screenshots, Buttons), ist bei feinen Farbabstufungen aber eher ungeeignet. Auch Animated GIFs sind möglich: Dazu erstellt man wie bei einem Daumenkino eine Reihe von geringfügig verschiedenen Einzelbildern, die dann in schneller Folge abgespielt werden.
  • JPEG steht für Joint Photographic Experts Group und ist das Gegenstück zu GIF - es arbeitet mit 24 Bit Farbtiefe und Lossy-Komprimierung (Original aufheben!) und eignet sich besonders für Fotos, vielfarbige Bilder und Farbverläufe. Die Ergebnisse bei Diagrammen und Text lassen dagegen zu wünschen übrig; außerdem unterstützt es als einziges der hier angeführten Dateiformate keine Transparenz.
  • PNG (Portable Network Graphics) ist ein relativ neues Dateiformat, das die Vorteile von GIF und JPEG vereinen soll, aber nicht von allen Browsern unterstützt wird und daher (noch) nicht bedenkenlos eingesetzt werden kann. PNG-8 verwendet wie das GIF-Format 8-Bit-Farbe und Lossless-Komprimierung; die resultierende Dateigröße ist meistens etwas geringer als bei GIF. Ein großes Plus von PNG-8 liegt darin, daß die einzelnen Bilder für Animationen nicht getrennt, sondern in Abhängigkeit voneinander gespeichert werden, was im Vergleich zu Animated GIFs eine enorme Datenreduktion bewirkt. PNG-24 ist als das "bessere JPEG" konzipiert: Wie dieses hat es eine Farbtiefe von 24 Bit, verwendet aber Lossless-Komprimierung und ist auch bei scharfen Kanten und für Text geeignet. PNG-24-Dateien sind aber oft viel größer als JPEG-Dateien, sodaß dieses Format nur zu empfehlen ist, wenn man auf Bilder mit abgestufter Transparenz Wert legt: PNG-24 (aber leider nicht jeder Browser) kann 256 Transparenzstufen darstellen. Auf PNG-24 wird daher im folgenden nicht eingegangen.

Optimieren mit Photoshop 6

Auch wenn der obige Ausflug in das Reich der Theorie vielleicht anderes vermuten ließe, erweist sich das Optimieren von Bildern mit Photoshop 6 als relativ einfach und sehr komfortabel: Man öffnet das gewünschte Bild und wählt im Menü Datei die Option Für Web speichern. Es erscheint nun ein gleichnamiges Dialogfenster, in dem das Bild angezeigt wird. Am oberen Bildrand findet man vier Registerkarten, mit denen die gewünschte Ansicht gewählt werden kann: Die Registerkarte Original zeigt nur das Originalbild, Optimiert nur die optimierte Ausführung, 2fach stellt beide Fassungen zum direkten Vergleich nebeneinander, und mit der Registerkarte 4fach können vier verschiedene Versionen des Bildes gleichzeitig betrachtet werden. In der 2fach- und 4fach-Ansicht ist es möglich, eine bereits optimierte Ansicht wieder in den Originalzustand zurückzusetzen (dazu klickt man in das entsprechende Bild und wählt aus der Liste Einstellungen - rechts neben den Bildern - die Option Original).

Unauffällig, aber keineswegs uninteressant ist der Pfeil am rechten oberen Bildrand neben diesen Registerkarten: Dahinter verbirgt sich das Menü Vorschau (siehe Abb. 1), und dort findet man z.B. die Option Browser-Dithering, mit der kontrolliert werden kann, welche Auswirkungen dieses Verfahren auf die gewählte Bildversion haben wird. Im Menü Vorschau kann man auch die vermutete Ladegeschwindigkeit angeben - Photoshop errechnet dann zu jeder optimierten Bildversion die benötigte Übertragungszeit und zeigt sie neben Dateiformat und -größe sowie den verwendeten Optimierungseinstellungen unterhalb der jeweiligen Ansicht an.

Will man nun eine Ansicht des Bildes optimieren, klickt man im Dialogfenster Für Web speichern diese Ansicht an; sie wird daraufhin durch einen dünnen schwarzen Rahmen markiert. Jetzt wählt man aus der Liste rechts vom Bild das gewünschte Dateiformat.

Photoshop 6
Abb. 1: Ist im Menü Vorschau die Option Browser-Dithering aktiviert, zeigt Photoshop in der gewählten Ansicht (hier das rechte Bild) eine Voransicht davon, wie das Bild von älteren Browsern bzw. auf älteren Rechnern dargestellt wird.

GIF und PNG-8

Bei GIF oder PNG-8 erhält man unterhalb der Liste mit den Dateiformaten eine weitere Liste, aus der der gewünschte Farbreduzierungs-Algorithmus auszuwählen ist (siehe Abb. 2). Die Standardeinstellung ist hier Selektiv. Als Alternative bietet sich die Einstellung Web an: Dabei kommt eine Palette mit jenen 216 Farben zum Einsatz, die sowohl in der 8-Bit-Farbpalette von MS-Windows als auch in der von MacOS enthalten sind (für das Bild nicht benötigte Farben werden aus der Palette entfernt). Mit der Einstellung Web kann Browser-Dithering weitgehend vermieden werden, andererseits wird die Datei aber etwas größer als bei Verwendung von Selektiv. Falls man nicht mit der Web-Palette arbeitet, kann die Option Web-Ausrichtung (die letzte der für GIF und PNG-8 angebotenen Optionen) dazu verwendet werden, die im Bild enthaltenen Farben anhand eines Toleranzwertes denen der Web-Palette anzugleichen.

Abb. 2: Verfügbare Optionen beim Speichern als GIF
Abb. 2: Verfügbare Optionen beim Speichern als GIF

Rechts neben der Liste mit den Farbreduzierungs-Algorithmen befindet sich das Eingabefeld Farben, in dem die Anzahl der verwendeten Farben - und somit auch die Dateigröße - weiter herabgesetzt werden kann. Es empfiehlt sich, die Anzahl schrittweise zu reduzieren (entweder mit Hilfe der Pfeile oder indem man einen Wert direkt in das Feld eingibt) und das Ergebnis jeweils auf das Verhältnis von Bildqualität und Dateigröße zu überprüfen. Mit der Einstellung Web ist es möglich, die benötigte Farbanzahl - die dann natürlich noch weiter reduziert werden kann - automatisch errechnen zu lassen, indem man als Wert Auto angibt. Die jeweils verwendeten Farben findet man in der Registerkarte Farbpalette am unteren rechten Rand des Fensters.

In der nächsten Zeile kann man aus einer Liste einen Dithering-Algorithmus auswählen und rechts daneben im Eingabefeld Dither den dazugehörigen Wert angeben bzw. per Schieberegler bestimmen. Dieses steuerbare Dithering (nicht zu verwechseln mit dem "bösen" Browser-Dithering!) ist zu komplex, um hier beschrieben zu werden. Die geeignetste Einstellung läßt sich im allgemeinen mit Hilfe der Voransicht durch Probieren herausfinden; sehr wißbegierigen Menschen sei zu diesem Thema das Photoshop-Handbuch ans Herz gelegt.

Die Option Interlaced bewirkt, daß das Bild vom Browser nicht Zeile für Zeile, sondern schichtweise aufgebaut wird: Zuerst erscheint eine sehr grobe Version des gesamten Bildes, die sich nach und nach in eine hochauflösende Ansicht verwandelt. Der Vorteil dieser beliebten Methode liegt darin, daß die Übertragungszeit des Bildes kürzer wirkt; tatsächlich sind solche Dateien (Interlaced GIFs bzw. Progressive JPEGs) aber etwas größer und benötigen auch mehr RAM zum Laden.

Mit den Optionen Transparenz und Hintergrund ist ein wenig Vorsicht geboten: GIF und PNG-8 können eine Farbe des Bildes transparent erscheinen lassen, um den rechteckigen Bildhintergrund auszublenden. Die Transparenz muß allerdings schon vor der Optimierung des Bildes erzeugt werden (z.B. durch Löschen der Hintergrundebene), da die hier angebotene Option Transparenz nur bewirkt, daß bereits transparente Pixel erhalten bleiben (ist diese Option deaktiviert, werden transparente Pixel mit der gewählten Hintergrundfarbe aufgefüllt). Hier lauert nun eine Tücke: Moderne Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop verwenden Anti-Aliasing, d.h. sie erzeugen glatte Kanten durch feine Farbabstufungen zur Hintergrundfarbe. Wenn sich die ursprüngliche Hintergrundfarbe des Bildes von der Hintergrundfarbe der Webseite, auf der das Bild plaziert werden soll, unterscheidet, kann ein schmaler färbiger Kranz rund um das Bild entstehen, der den Transparenz-Effekt beeinträchtigt.

Man sollte daher zusätzlich mit Hilfe der Option Hintergrund die Hintergrundfarbe der Webseite angeben, für die das Bild bestimmt ist - das Anti-Aliasing wird dann der neuen Hintergrundfarbe angepaßt. Die Option Hintergrund bietet die Wahl zwischen Ohne (damit werden harte Kanten ohne Anti-Aliasing erzeugt), Pipette-Farbe (der gewünschte Farbton wird mit dem Pipettenwerkzeug direkt aus dem Bild entnommen), Weiß, Schwarz oder einer beliebigen anderen Farbe, die mit Hilfe des Photoshop-Farbwählers zu definieren ist. Im Farbwähler, wo auch die Hexadezimalwerte der gewünschten Farbe angegeben bzw. abgelesen werden können (siehe Abb. 3), sollte dabei die Option Nur Webfarben aktiviert sein.

Für GIF-Bilder ist auch die Option Lossy verfügbar. Damit kann (durch selektives Löschen von Details) die Dateigröße zusätzlich um bis zu 40% reduziert werden. Der hier angegebene Wert sollte zwischen 5 und 10 liegen (30 gilt als absolutes Maximum). Die Option Lossy kann nicht eingesetzt werden, wenn ein Störungsfilter-/Muster-Dither oder Interlacing verwendet wird.

Abb. 3: Photoshop-Farbwähler
Abb. 3: Photoshop-Farbwähler

JPEG

Will man ein Bild als JPEG speichern, werden andere Optimierungsoptionen angezeigt (siehe Abb. 4): Man erhält dann eine Liste, aus der man eine Komprimierungsqualität - Niedrig, Mittel, Hoch oder Maximum - auswählt oder den gewünschten Wert im Eingabefeld Qualität angibt. Klickt man auf den Pfeil rechts neben diesem Eingabefeld, erscheint ein Schieberegler, mit dessen Hilfe man ebenfalls sehr bequem verschiedene Komprimierungsqualitäten ausprobieren kann. Je niedriger die Qualität, desto geringer ist die Dateigröße; bei allzu niedriger Qualität können allerdings Details des Bildes verlorengehen.

Abb. 4: Verfügbare Optionen beim Speichern als JPEG
Abb. 4: Verfügbare Optionen beim Speichern als JPEG

Ist das Kontrollkästchen Optimiert aktiviert, wird ein sogenanntes "Optimiertes JPEG-Format" mit maximaler Komprimierung erstellt, das aber nicht von allen Browsern unterstützt wird. Ein Hakerl im Kontrollkästchen Mehrere Durchgänge produziert ein Progressive JPEG, das Gegenstück zum Interlaced GIF (siehe oben), und mit dem Regler Weichzeichnen kann man harte Kanten im Bild glätten. Mit Hilfe der Option Hintergrund, die in gleicher Form wie für GIF- oder PNG-8-Dateien angeboten wird, kann bei JPEG-Bildern Transparenz zumindest simuliert werden: Wenn das Originalbild transparente Pixel enthält und Sie hier - wie oben beschrieben - die Hintergrundfarbe der Webseite angeben, werden die transparenten Pixel mit dieser Farbe aufgefüllt.

Achtung: JPEG ist ein 24-Bit-Format und daher besonders anfällig für Browser-Dithering. Um vor bösen Überraschungen gefeit zu sein, sollte man im Menü Vorschau die Option Browser-Dithering aktivieren (siehe Abb. 1). Im Fenster Für Web speichern werden allerdings keinerlei Möglichkeiten geboten, unerwünschte Effekte zu vermeiden - dazu muß schon vor der Optimierung beim Originalbild unter Bild - Modus die Option Indizierte Farben angegeben und schließlich (mit Hilfe der Voransicht) eine geeignete Farbtabelle ausgewählt werden. Alternativ dazu kann man natürlich auch beschließen, auf Benutzer mit älteren Geräten, Browsern oder Grafikkarten keine Rücksicht zu nehmen (moderne Rechner können 24-Bit-Bilder problemlos darstellen).

Sonderangebote

Eine sehr bequeme Möglichkeit zur Bildoptimierung versteckt sich im Menü Optimiert, d.h. hinter dem kleinen Pfeil rechts neben der Liste Einstellungen: Unter der Option Auf Dateigröße optimieren kann man einfach die Gewünschte Dateigröße angeben. Im Bereich Beginnen mit klickt man entweder auf Aktuelle Einstellungen oder GIF/JPEG automatisch wählen (dies geschieht anhand einer Farbanalyse des Bildes). Falls man das Bild in Slices unterteilt hat, muß noch definiert werden, ob der angegebene Wert für das Aktuelle Slice, für Jedes Slice einzeln oder für Alle Slices gemeinsam gelten soll - Klick auf OK - fertig.

Es ist auch möglich, während der Optimierung ein Bild zu skalieren, d.h. die Bildmaße zu verändern. Dazu klickt man im Fenster Für Web speichern rechts unten auf die Registerkarte Bildgröße, aktiviert das Kontrollkästchen Proportionen erhalten und gibt die gewünschten Maße an (in Pixel oder in Prozent der aktuellen Bildgröße). Unter der Option Qualität wählt man bei GIF-Bildern bzw. solchen mit harten Kanten Gezackt (Pixelwiederholung), bei JPEGs und Bildern mit weichen Kanten Glatt (Bikubisch) - Klick auf Anwenden - fertig.

Die Liste Einstellungen, auf die bisher noch nicht näher eingegangen wurde, bietet neben einer Auswahl an vordefinierten Optimierungseinstellungen auch die Möglichkeit, eigene Einstellungen unter beliebigen Namen zu speichern. Will man beispielsweise die aktuellen Einstellungen für die spätere Verwendung "aufheben", wählt man im Menü Optimiert (der kleine Pfeil rechts neben der Liste) den Punkt Einstellungen speichern, vergibt einen Namen und klickt auf Sichern. Nun wird dieser sogenannte "Satz" von Optimierungseinstellungen unter dem gewählten Namen in die Liste aufgenommen und kann in Zukunft auf beliebige Bilder angewendet werden, indem man ihn einfach aus der Liste auswählt. Natürlich ist es auch möglich, solche Sätze zu löschen (mittels Optimiert - Einstellungen löschen) oder nachträglich anzupassen: Dazu wählt man den Satz aus der Liste aus, ändert die gewünschten Einstellungen und sichert ihn mittels Optimiert - Einstellungen speichern nochmals unter dem Originalnamen.

Für "Großverbraucher" sei noch auf zwei weitere hilfreiche Funktionen von Photoshop 6 hingewiesen:

  • Einerseits können immer wiederkehrende Arbeitsschritte mit Hilfe sogenannter Aktionen aufgezeichnet und in weiterer Folge an beliebigen Dateien automatisch ausgeführt werden. Es ist auch möglich, diesen Ablauf zu unterbrechen, um z.B. in bestimmten Dialogfenstern individuelle Einstellungen vorzunehmen.
  • Andererseits verfügt Photoshop 6 über die beeindruckende Funktion Web-Fotogalerie, die im Menü Datei unter Automatisieren zu finden ist: Man muß hier lediglich Quell- und Zielordner der gewünschten Bilder angeben sowie einige Entscheidungen bezüglich Layout, Bildgröße, Beschriftung und gewünschter Farben treffen, und alles weitere erledigt das Programm: Es skaliert die Bilder, erzeugt kleine Vorschaubilder (Thumbnails), legt Ordner an, schreibt die benötigten HTML-Seiten einschließlich aller Hyperlinks und öffnet schließlich die fertige Fotogalerie im Browser zur Begutachtung. Ist man mit dem Ergebnis einverstanden, muß man die Daten nur noch auf einem Webserver ablegen; andernfalls kann der HTML-Code natürlich nach Belieben verändert werden.

Optimieren von Webseiten

Je mehr Grafiken eine Webseite enthält, desto wichtiger ist es, nicht nur auf die Dateigröße der einzelnen Bilder zu achten, sondern auch auf einen möglichst schnellen und "kundenfreundlichen" Aufbau der gesamten Seite. Hier kann man bereits mit wenigen einfachen Vorkehrungen viel erreichen:

  • Es ist ratsam, nicht zu viele unterschiedliche Dekorationsobjekte (Buttons, Bars usw.) zu verwenden - jede Grafik wird einmal geladen, egal ob sie einmal, zweimal oder zehnmal in die Webseite eingebunden ist.
  • Wenn die Dateigröße der Bilder trotz Optimierung mehr als ca. 30 KB beträgt, sollte man diese nicht in der Originalgröße verwenden, sondern mittels Bild - Bildgröße - Speichern unter kleine Vorschaubilder (Thumbnails) mit etwa 2  cm Seitenlänge erzeugen, die dann auf das Originalbild und dessen Größe verweisen. In der HTML-Datei sieht das z.B. folgendermaßen aus:
    <P><A HREF="rimini.jpg">
    <IMG SRC="rimini-klein.jpg"></A><BR>
    <FONT SIZE="2">Italien-Urlaub 1979
    (JPEG, 55 KB)</FONT></P>
  • Eine Webseite mit mehreren Grafiken wird wesentlich schneller geladen, wenn im HTML-Code die Bildmaße in Pixel angeführt sind - beispielsweise <IMG SRC="rimini.jpg" HEIGHT=158 WIDTH=286>. Der Browser kann dann bereits das Seitenlayout aufbauen und den Text übertragen, bevor er die dazugehörigen Bilder lädt, was die Wartezeit für die Besucher der Seite deutlich verkürzt.
  • Benutzer, die einen reinen Text-Browser verwenden oder das automatische Laden von Grafiken deaktiviert haben, freuen sich, wenn den Bildern jeweils ein aussagekräftiger Begriff zugeordnet ist, der vom Browser anstelle der Grafik angezeigt wird. Dieser sogenannte "Alternativtext" soll Rückschlüsse auf den Inhalt des Bildes erlauben bzw. die Entscheidung erleichtern, ob man das Bild übertragen will oder nicht. Im HTML-Code wird er als Attribut zum <IMG>-Tag angegeben - z.B. <IMG SRC="rimini.jpg" ALT="Foto: Rimini">.

Links

Das WWW bietet Unmengen von Informationen zum Thema Bildbearbeitung und Webdesign. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann z.B. die Seite WebDesignURLs - Die Linkliste für Web-Designer als Ausgangspunkt für seine Forschungen verwenden. Besonders hervorgehoben, weil besonders umfassend, übersichtlich und überzeugend, seien an dieser Stelle nur der "Klassiker" SELFHTML und der Yale Web Style Guide. Über das Programm Photoshop und verwandte Produkte informieren u.a. die Webserver der großen Software-Herstellerfirmen (z.B. http://www.adobe.com/ oder http://www.macromedia.com/).