Telefonumstellung
Der Lohn des langen Atems

von Peter Rastl (Ausgabe 01/1, März 2001)

 

Es war ein ehrgeiziges Projekt! Das ist uns heute, nachdem wir in fünfjähriger Arbeit endlich das Telefonsystem der Universität Wien praktisch zur Gänze erneuert haben, noch viel klarer als je zuvor. 63 Telefonanlagen mit insgesamt 6900 Apparaten und 1800 sonstigen Anschlüssen, mit tausend Kilometern Leitungen und einem vielfältigen System aus Hard- und Software wurden in den vergangenen Jahren an den diversen Standorten der Universität installiert und mit der Zentrale im Hauptgebäude zusammengeschaltet, und - erstaunlich genug - das Ganze funktioniert zumeist auch zur allgemeinen Zufriedenheit. Ich weiß schon: Wirklich zufrieden ist man letztlich nie und darf es auch nicht sein - was wären wir denn für eine armselige Universität, wenn wir nicht stets nach Besserem strebten?

Dennoch wollen wir uns heute gestatten, mit Befriedigung zurückzublicken: Im März 1995 faßte der Akademische Senat den zukunftsträchtigen Beschluß, dem EDV-Zentrum die Verantwortung für das Telefonwesen der Uni Wien zu übertragen - damals zeichnete sich ja bereits ab, daß Sprach- und Datenkommunikation immer mehr zusammenwachsen würden (siehe Comment 97/1, Seite 5). Nach entsprechenden Vorarbeiten, der Vergabe eines Planungsauftrags und der Ausarbeitung eines generellen Telefoniekonzepts veröffentlichte das EDV-Zentrum schließlich im Februar 1997 die Ausschreibung zur Erneuerung des gesamten Telefonsystems der Universität Wien (siehe Comment 97/2, Seite 2).

Die Firma Ericsson erhielt als Bestbieter den Projektauftrag und konnte bereits im August 1997 erfolgreich das Telefonsystem im Hauptgebäude der 835>Comment 97/3, Seite 2). Dann ging es Schlag auf Schlag: In den nächsten drei Jahren wurde ein Universitätsgebäude nach dem anderen umgestellt und an das neue Telefonsystem angeschlossen - rückblickend eine beachtliche tour de force für alle Beteiligten.1) Als letzter großer Kraftakt erfolgte im Sommer 2000 die Umstellung im Universitätszentrum Althanstraße mit über tausend Nebenstellen.

Mit nur geringen Änderungen gegenüber der ursprünglichen Planung konnte die Umstellung im Vorjahr nach dreieinhalb Jahren - schneller als erwartet - abgeschlossen werden. Manche Gebäude sind noch im Laufe des Projekts dazugekommen (z.B. das Hirnforschungszentrum), andere Standorte wurden - oder werden demnächst - von der Universität Wien aufgegeben und daher nicht mehr umgestellt (z.B. Hohe Warte). Ganz fertig wird man mit den Umbauten wohl nie werden, denn immer wieder finden Übersiedlungen statt, werden neue Gebäude bezogen oder alte Anmietungen aufgelassen.

Auch in technischer Hinsicht entwickelt sich das Telefonsystem ständig weiter: Demnächst werden wir ein Upgrade auf das neue Software-Release BC10 des Telefonsystems vornehmen, um einige bekannte Mängel zu beheben. Sobald auch dieser Schritt erfolgreich bewältigt ist, kann schließlich die Abnahme mit der Firma Ericsson durchgeführt werden und die Endabrechnung erfolgen. In diesem Zusammenhang wird noch eine Aussendung an alle Institute ergehen, um den endgültigen Stand der installierten Telefonapparate zu überprüfen.

Eine für die Benutzer positive Entwicklung fand übrigens auch bei den Telefongebühren statt: Die Liberalisierung des Telekom-Marktes hat bereits zu deutlichen Kostensenkungen geführt. Aus diesem Grund konnten wir mit Jahresbeginn 2001 die Fernwahlsperre für Inlandsferngespräche generell aufheben; Chipkarten werden somit nur noch für Auslandsgespräche benötigt. Außerdem nimmt die Uni Wien an dem vom Bundeskanzleramt mit der Telekom Austria verhandelten Rahmenvertrag teil, der einen deutlichen Preisnachlaß gegenüber den Listenpreisen bietet. An der Universität Wien wird deshalb seit Jahresbeginn 2001 ein Einheitstarif von öS 0,558 (inkl. USt) je Gebührenimpuls verrechnet - das entspricht exakt dem halben "Minimumtarif" der Telekom Austria. Heuer bezahlt der Zentrale Informatikdienst noch alle Telefongebühren der Universität Wien zentral aus seinem Budget. Es ist jedoch beabsichtigt, ab dem Jahr 2002 diese Budgetmittel aufzuteilen und die Gebühren von den Instituten einzuheben.

Auch künftig wird noch viel Zeit für die Betreuung des Telefonsystems aufzuwenden sein. Doch nun, nach dem erfolgreichen Abschluß der großen Umstellung, gilt solche Arbeit als Teil des Routinebetriebs am Zentralen Informatikdienst. Allen Mitstreitern in den Jahren der Telefonumstellung, dem Ericsson-Team unter der Leitung von Ing. Malzl, unserem Konsulenten Ing. Wottawa, den Installationsfirmen und Gebäudebetreuern, aber auch meinen Kolleginnen und Kollegen am ZID und den betroffenen Benutzern sei für ihren Beitrag zum Gelingen dieses Projekts herzlich gedankt.