Wer ALPHA gesagt hat, ...

von Peter Marksteiner (Ausgabe 01/1, März 2001)

 

Der Alpha-Cluster für numerisch intensive Anwendungen (hauptsächlich aus den Bereichen Chemie und Physik) wurde im April 1995 in Betrieb genommen. Mit seinen fast sechs Jahren ist er nach EDV-Maßstäben ein Methusalem: Trotz eines Ausbaus im November 1997 sind die Rechnerleistung und die Ausstattung mit Haupt- und Massenspeicher im Vergleich zu modernen Rechnersystemen sehr bescheiden und für viele Anwendungen unzureichend.

Die Anschaffung eines Nachfolgesystems war bereits für das Jahr 2000 geplant, scheiterte aber an Geldmangel. Heuer sind sowohl am Zentralen Informatikdienst als auch an der NAWI-Fakultät, die das Projekt zu gleichen Teilen finanzieren, ausreichende Mittel vorhanden. Allerdings ist noch völlig offen, wie das neue System im Detail aussehen soll. Man kann davon ausgehen, daß es - bei gleichzeitiger Steigerung der Einzelprozessorleistung - wesentlich mehr Prozessoren haben wird als der Alpha-Cluster, der über insgesamt 62 Prozessoren verfügt. Parallelrechnen wird daher stark an Bedeutung gewinnen. Denkbar wären z.B. Cluster aus mehreren hundert Ein- oder Zweiprozessormaschinen, von denen zumindest ein Teil über Hochleistungs-Switches gekoppelt ist. Solche Systeme sind allerdings auch komplexer und wartungsintensiver als der recht einfach gebaute, aber sehr robuste Alpha-Cluster. Von den Anbietern wird daher ein "schlüsselfertiges" System inklusive Hardware-Aufbau, Vernetzung, Parallelisierungs-Software usw. gefordert. Mit erhöhtem Personalaufwand für die Betreuung ist zu rechnen.

Weil es im Detail sehr unterschiedliche Lösungsansätze gibt, um das angestrebte Ziel - ein möglichst leistungsfähiges System - zu realisieren, könnte eine Ausschreibung mit zu detaillierten Anforderungen interessante Lösungen ausschließen. Aus diesen Gründen wurden in der Ausschreibung lediglich einige Eckpunkte vorgegeben, wie z.B. die - recht hohe - Mindest-Rechenleistung pro Prozessor und das Betriebssystem Unix. Ansonsten ist von den Anbietern (neben viel Hardware) hauptsächlich Phantasie und Kreativität gefordert.