hotmail@univie.ac.at

von Lukas Ertl (Ausgabe 01/1, März 2001)

 

Das Warten hat sich gelohnt: Auch Unet- und Mailbox-Benutzer können nun endlich ihre eMail über WWW bearbeiten. Das Zauberwort heißt "Webmail" - eine Schnittstelle zwischen Mailserver und Webbrowser, die zwar mit den Vorzügen ausgewachsener Mailprogramme wie MS-Outlook oder Netscape Messenger nicht konkurrieren kann, dafür aber einen schnellen, unkomplizierten Zugang zur eigenen eMail bietet.

Das Webmail-Service ermöglicht es, auch in Internet-Cafes oder bei Freunden "nur mal schnell die Mail zu checken", ohne das vorhandene Mailprogramm umzukonfigurieren (ganz abgesehen davon, daß man ein solches in Internet-Cafes meistens vergeblich sucht) oder auf Telnet/SSH auszuweichen. Um Webmail zu verwenden, benötigt man nichts weiter als einen Webbrowser - und den findet man in der Regel überall, wo ein Internet-Zugang vorhanden ist.

Ein weiterer Pluspunkt des neuen Webmail-Service liegt in der sicheren, verschlüsselten Datenübertragung über HTTPS (Secure HTTP): Die meisten Webbrowser sind imstande, mit dieser Verschlüsselung umzugehen, sodaß eMail-Nachrichten mittels Webmail in der Regel "abhörsicher" bearbeitet werden können. Dies ist zwar mit Hilfe der Secure Shell (siehe Comment 00/3) auch mit dem gewohnten Mailprogramm möglich; bei Verwendung von Webmail entfällt aber das etwas umständliche Tunneln der Verbindung. Darüber hinaus wurde bei der Entwicklung des Webmail-Service sowohl auf Java als auch auf JavaScript verzichtet.

Wie bereits angedeutet, hat Webmail aber auch seine Nachteile. Beispielsweise ist nur die Inbox abrufbar - auf bereits bestehende Mailfolder im jeweiligen Homedirectory kann nicht zugegriffen werden, es sei denn, Sie verwenden IMAP (siehe Comment 00/1). Auch bestehende Adreßbücher können leider nicht verwendet werden; es ist aber geplant, eine Möglichkeit zur Adressenverwaltung in das Webmail-Service zu integrieren.

Im Gegensatz zu "normalen" Mailprogrammen, die neu eingelangte Nachrichten auf den lokalen Rechner übertragen und dann am Mailserver löschen (oder dies zumindest tun sollten - siehe dazu Artikel POP Art im Comment 99/1), zeigt Webmail die einzelnen Nachrichten zwar im Browserfenster an, die gesamte eMail bleibt aber weiterhin am Server gespeichert. Man sollte daher alle nicht mehr benötigten Nachrichten regelmäßig händisch löschen (siehe weiter unten), um ein Überschreiten der Diskquota zu verhindern.

So geht's:

Die Verwendung von Webmail ist unkompliziert und großteils selbsterklärend: Rufen Sie mit dem Browser den URL http://webmail.univie.ac.at/ auf und loggen Sie sich mit Ihrer Unet- oder Mailbox-UserID und dem dazugehörigen Paßwort ein. (Bei manchen Browser-Versionen bzw. Betriebssystemen kann es vorkommen, daß dieser Vorgang zweimal durchgeführt werden muß.) Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie eine Liste aller eMail-Nachrichten in Ihrer Inbox, geordnet nach Eingangsdatum (die neueste Nachricht zuerst, siehe Abb. 1). Pro Seite werden zehn Nachrichten aufgelistet; mit den Links Nächste Nachrichten bzw. Vorige Nachrichten können Sie zwischen den Seiten springen. Die Checkboxen neben den Nachrichten dienen dazu, diejenigen auszuwählen, die Sie löschen bzw. - bei Verwendung von IMAP - in andere Folder verschieben möchten. Oberhalb der Liste wird die Größe Ihrer Mailbox sowie die Dauer der Session (also das Ablaufdatum Ihrer Verbindung mit dem Server) angezeigt.

Abb. 1: Webmail - Liste aller Nachrichten in der Inbox (mit IMAP)
Abb. 1: Webmail - Liste aller Nachrichten in der Inbox (mit IMAP)

Wenn Sie in der Liste auf die Subject-Zeile einer Nachricht klicken, können Sie diese Nachricht lesen. Eventuell vorhandene Attachments werden als Links dargestellt, sodaß Sie die jeweilige Datei durch einen Mausklick herunterladen können. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, eine Nachricht zu schreiben oder zu beantworten. Um den bei Mailprogrammen üblichen Gesendete Nachrichten-Folder zu ersetzen, erhalten Sie automatisch eine Kopie jeder von Ihnen verschickten Nachricht in Ihre Inbox.

Bitte achten Sie darauf, daß Sie jede Webmail-Session korrekt beenden, indem Sie auf den Link Logout klicken! Dadurch werden Ihre Session-Daten und eventuell vorhandene temporäre Dateien gelöscht - was insbesondere dann wichtig ist, wenn Sie einen öffentlichen Internet-Zugang verwendet haben und vermeiden möchten, daß der nächste Benutzer dieses Terminals Ihre Mail lesen oder in Ihrem Namen Nachrichten verschicken kann.