Grippeschutz für Ihren Computer

von Ulrich Kiermayr (Ausgabe 01/1, März 2001)

 

Immer häufiger gehen Berichte von neuen, immer aggressiveren Computerviren durch die Medien. Seit der "I love you"-Invasion im Mai 2000 ist bekannt, daß sich Viren heute via Internet innerhalb weniger Stunden über den ganzen Globus ausbreiten und Schäden in Milliardenhöhe verursachen können. Wie bei Grippeviren sollte man daher rechtzeitig entsprechende Vorkehrungen treffen, um eine Infektion zu verhindern - hat sich das Virus erst einmal eingenistet, ist es meist schon zu spät. Zur Stärkung der Abwehrkräfte empfiehlt sich ein Virenschutzprogramm wie z.B. der Virenscanner von McAfee, den der Zentrale Informatikdienst für alle Mitarbeiter der Uni Wien kostenlos anbietet.

Anwendung und Dosierung

Bei der Standardinstallation (eine Installationsanleitung finden Sie im Kasten am Ende des Artikels) wird neben dem klassischen Virenscanner, der bei Bedarf gezielt eingesetzt werden kann, auch ein "Online-Scanner" namens Vshield installiert. Dieses Programm startet automatisch, wenn Sie Ihren Rechner einschalten, und bleibt aktiv, solange Sie es nicht explizit beenden. Vshield überprüft ständig alle Dateien, die Sie bearbeiten oder auf Ihren Rechner übertragen, auf das Vorkommen von Viren. Da Vshield im Hintergrund läuft und nur wenig Rechnerleistung benötigt, spricht nichts dagegen, das Programm ständig zu verwenden. Unter Windows erkennen Sie in der Taskleiste, ob Vshield in Betrieb ist oder nicht: Präsentiert sich das Vshield-Symbol wie in Abb. 1, ist das Programm aktiv; wenn Sie es (durch einen Doppelklick auf dieses Symbol und Auswahl von Deaktivieren) ausschalten, wird das Symbol durchgestrichen.

Abb. 1: Vshield-Symbol (aktiv) in der Taskleiste
Abb. 1: Vshield-Symbol (aktiv) in der Taskleiste

Falls Sie Vshield nicht einsetzen, sollten Sie zumindest mit dem klassischen Virenscanner

  • alle "nicht vertrauenswürdigen Datenträger" (das sind z.B. CD-ROMs, Disketten und Zip-Disks, die Sie nicht selbst erstellt haben) und
  • alle Dateien, die Sie aus dem Internet kopieren oder per eMail erhalten

vor dem Öffnen auf Viren überprüfen. Hier gilt ganz allgemein der Grundsatz: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Dateien, die Viren enthalten können, sind heute schwer zu erkennen - es empfiehlt sich daher, jede Datei, die Sie auf Ihren Rechner übernehmen, vorher zu scannen.

Den Virenscanner können Sie unter Windows aus dem Start-Menü aufrufen (siehe Abb. 2). Im Feld Scannen in geben Sie an, welches Laufwerk oder welche Datei Sie überprüfen wollen. Da nicht nur Programmdateien von Viren befallen sein können, sollten Sie außerdem die Option Alle Dateien aktivieren (siehe Abb. 3). Danach klicken Sie auf Jetzt scannen. Wenn dabei tatsächlich ein Virus gefunden wird, ist der Virenscanner meist in der Lage, die infizierte Datei zu "säubern". Falls dies nicht möglich ist, sollte die Datei gelöscht werden.

Abb. 2: Aufruf des Virenscanners über Start - Programme - Network Associates
Abb. 2: Aufruf des Virenscanners über Start - Programme - Network Associates
Abb. 3: Scannen von d:\
Abb. 3: Scannen von d:\

Auffrischungsimpfungen

Ihr Virenscanner kann nur Viren entdecken, die zum Zeitpunkt der Programmerstellung bekannt waren. Leider kommen aber ständig neue Viren oder Mutationen in Umlauf, sodaß es unumgänglich ist, den mit der Installation des Virenscanners erworbenen "Grundschutz" durch regelmäßige Updates der Virendatenbank "aufzufrischen". Dies gilt vor allem dann, wenn Sie oft Daten aus dem Netz beziehen, einfach nur surfen oder viele externe Datenträger verwenden (Rechner, die keine Netzwerkanbindung haben und selten "fremde" Dateien übernehmen, sind naturgemäß weniger gefährdet).

Monatlich tauchen hunderte neue Viren auf, und dementsprechend häufig (im Schnitt ca. einmal pro Woche) werden auch Datenbank-Updates angeboten. Da für die Qualität eines Virenscanners vor allem die Aktualität seiner Virendatenbank ausschlaggebend ist, sollten Sie diese Updates regelmäßig auf Ihrem Rechner installieren. Wenn gerade wieder ein besonders aggressives Virus Schlagzeilen macht, ist auf jeden Fall eine Aktualisierung notwendig.

Die aktuellen Datenbank-Updates von McAfee finden Sie ebenfalls am SWD-Server, wobei hier zwei Typen von Updates angeboten werden: "DAT"-Dateien, die nur die Virendatenbank erweitern, und "SuperDAT"-Dateien, die neben der Datenbank auch die Scan-Software auf den Letztstand der Virentechnik bringen, da neue Viren oft neue Scanverfahren erfordern. Wir empfehlen daher, die SuperDAT-Dateien zu verwenden. Nachdem Sie die aktuellste Version (diese erkennen Sie an der Nummer im Dateinamen) auf Ihren Rechner übertragen haben, müssen Sie sie nur noch durch einen Doppelklick starten, und das Update installiert sich automatisch. Bitte achten Sie darauf, daß Sie dieselbe Sprachversion wie bei Ihrem Virenschutzprogramm verwenden.

Eine andere Möglichkeit, die Virendatenbank zu aktualisieren, besteht darin, ein "AutoUpdate" über das Netzwerk durchzuführen (siehe Kasten, Punkt 6): Die neueste Software wird dann vom Server des Herstellers direkt auf Ihren Rechner übernommen.

Falls es Sie dennoch erwischt:

Ein möglichst vollständiges, aktuelles und virenfreies Backup Ihrer persönlichen Dateien lindert den Schmerz! Das Betriebssystem und die Anwendungsprogramme kann man neu installieren, aber selbst erstellte Daten, von denen keine Sicherungskopie verfügbar ist, sind im Ernstfall unwiederbringlich verloren.

Download & Installation von McAfee VirusScan

Die folgende Anleitung gilt für Mitarbeiter der Uni Wien, die einen Rechner mit Windows-Betriebssystem verwenden; die entsprechende Software für MacOS und Unix ist aber an derselben Stelle zu finden (allerdings nur englisch). Voraussetzung für den Download vom SWD-Server der Uni Wien ist eine gültige Mailbox-UserID. Eine Installationsanleitung mit Links zum Direkt-Download finden Sie auch auf den Security-Seiten des ZID.

Für Studierende ist eine Shareware-Version der Software unter http://tucows.univie.ac.at/ erhältlich (geben Sie in das Suchfeld ganz oben auf dieser Seite den Begriff virus bzw. winzip ein und wählen Sie aus der Liste daneben Ihr Betriebssystem). Als Alternativen zu McAfee und Winzip können z.B. das Virenschutzprogramm F-Prot und die Komprimierungssoftware PowerArchiver verwendet werden.

Los geht's:

  1. Schließen Sie alle Mailprogramme!
  2. Rufen Sie in Ihrem Browser den URL www.univie.ac.at/ZID/swd/ auf und identifizieren Sie sich mit Ihrer Mailbox-UserID und Ihrem Mailbox-Paßwort.
  3. Sie erhalten eine Liste aller verfügbaren Softwareprodukte. Klicken Sie ganz unten in der Liste auf Gratissoftware und auf der folgenden Seite auf McAfee Virenscanner.
  4. Sie finden dort einen Link zum Webserver von NAI (Network Associates International, die Herstellerfirma von McAfee) und genaue Informationen für den Download des Virenscanners.

    Nachdem die komprimierte .zip-Datei auf Ihren Rechner übertragen wurde, muß sie entpackt werden. Falls Sie dafür keine geeignete Software installiert haben, müssen Sie noch unter Gratissoftware - WinZip die Datei winzip8.exe (für Windows 95/98/NT/2000, Englisch) auf Ihren Rechner übertragen. Führen Sie die .exe-Datei anschließend durch einen Doppelklick aus, wählen Sie ein Verzeichnis zum Entpacken und installieren Sie dort das Programm durch einen Doppelklick auf die Datei setup.exe.

    Da die Uni Wien nur über eine begrenzte Anzahl von Lizenzen für WinZip verfügt, bitten wir Sie, uns die Verwendung des Programms per eMail bekanntzugeben (Subject: WinZip-Registrierung; Inhalt: Name, Institut, Telefonnummer, Anzahl der Lizenzen = Anzahl der Institutsmitarbeiter, die WinZip verwenden).

  5. Entpacken Sie nun die .zip-Datei durch einen Doppelklick und installieren Sie das Programm durch einen Doppelklick auf setup.exe. Dabei können Sie getrost die Standardvorgaben verwenden; die Installation selbst geht automatisch vor sich.

  6. Jetzt müssen Sie noch die Virendatenbank aktualisieren: Klicken Sie dazu auf Start - Programme - Network Associates - NetShield Konsole und führen Sie dort ein AutoUpdate durch. Voraussetzung dafür ist eine bestehende Internetverbindung.
  7. Starten Sie nun das Programm VirusScan und lassen Sie Ihre Festplatte(n) - vor allem C:\ - überprüfen. Infizierte Dateien sollten Sie "säubern"; falls das nicht möglich ist, löschen Sie sie.

Christoph Berndl