Reform der Softwaredistribution

von Peter Wienerroither & Christian Marzluf (Ausgabe 00/3, Oktober 2000)

 

Die Beschaffung und Verteilung lizenzierter Standardsoftware ist ein wesentliches Service des Zentralen Informatikdienstes: Campusweite Lizenzverträge mit Softwareherstellern ermöglichen es den Instituten und Dienststellen der Uni Wien, eine breite Palette gängiger Softwareprodukte gegen einen Unkostenbeitrag vom ZID zu beziehen, der für die Finanzierung dieses Service jährlich mehrere Millionen Schilling aufwendet. Bisher wurde bei den Softwarelizenzen zwischen Sammellizenzen (eine Lizenz pro Installation) und Campuslizenzen (eine Lizenz pro Institut) unterschieden; für drei Jahre ab Bestelldatum standen kostenlos Updates zur Verfügung. Dieses Konzept hatte einige Nachteile:

  • Für uns war nicht ersichtlich, wie viele Lizenznehmer von der Möglichkeit der kostenlosen Updates Gebrauch machten, daher mußten wir von den Softwareherstellern Updates auf Basis von Schätzungen beziehen oder teure Wartungsverträge abschließen.
  • Bei Campuslizenzen war nicht bekannt, wie oft die Software tatsächlich installiert wurde.
  • 1999 erhielten die Institute erstmals von uns eine Verständigung über bereits abgelaufene Lizenzen. Der organisatorische Aufwand dieser Vorgangsweise war sowohl für uns als auch für die Institute unverhältnismäßig hoch, was sich auch in der geringen Rückmeldequote von nur 52% widerspiegelte.

Aus diesen Gründen und wegen der Forderung nach einer besseren Kostentransparenz (sowohl für die Institute als auch für den ZID) war eine Reform der Softwaredistribution unerläßlich. Daher wird sie nun nach einem neuen System abgewickelt, das es einerseits den Instituten ermöglichen soll, durch eine bessere Kontrolle über die eingesetzten Lizenzen unnötige Zahlungen zu vermeiden, und das andererseits auch die von den Softwareherstellern geforderten exakten Reports liefern kann.

Was geschieht ...

Die Einteilung in Sammel- und Campuslizenzen entfällt, stattdessen muß nun generell für jeden Rechner, auf dem die Software installiert wird, eine eigene Lizenz bestellt werden. Der Unkostenbeitrag von öS 300,- pro Lizenz bleibt unverändert; bei sehr teuren Produkten kann er allerdings - wie bisher auch - höher liegen (MS-Office Pro kostet z.B. öS 1200,-, MS-Windows 2000 Server öS 2500,-). Neu ist die dem jeweiligen Vertrag mit dem Hersteller entsprechende Unterscheidung von Einzel- und Mietlizenzen:

  • Bei Einzellizenzen erhalten Sie die zum Bestelldatum aktuelle (oder eine bestimmte gewünschte) Version der Software und können diese beliebig lang verwenden. Die Sprache ist frei wählbar; am Software-Server wird nur die bestellte Programmversion freigeschaltet. Updates (ausgenommen Servicepacks und Gratis-Updates) sind nicht mehr inkludiert, sondern müssen ebenfalls um öS 300,- pro Lizenz bestellt werden. Auf dem neuen Bestellformular sind Updates entsprechend zu kennzeichnen.
  • Bei Mietlizenzen sind sämtliche Updates enthalten; dafür wird nach dem ersten Jahr eine jährliche Wartungsgebühr von öS 100,- pro Lizenz verrechnet. Eine nicht mehr benötigte Lizenz können Sie abmelden, die Software muß dann aber (von wenigen Ausnahmen abgesehen) vom Rechner gelöscht werden. Unter die Mietlizenz fallen z.B. Mathematica und SPSS.

Ob ein Programm als Einzel- oder als Mietlizenz verfügbar ist, können Sie der Softwareliste entnehmen; dort sind auch die Preise derjenigen Produkte angeführt, die mehr als öS 300,- kosten.

Eine weitere wesentliche Änderung ist, daß für den Zugriff auf den Software-Server nun die Mailbox-UserID des Bestellers verwendet wird: Die bisher vergebenen UserIDs für den Software-Server bleiben noch drei Jahre lang bestehen, Neubestellungen sind aber nur mehr mit einer gültigen Mailbox-UserID möglich. Die Authentifizierung am Software-Server erfolgt mit dem Mailbox-Paßwort, das Sie unter keinen Umständen weitergeben sollten. Auch Gruppenbestellungen sind möglich: Ein Gruppenverantwortlicher bestellt die Software und definiert die Bezugsberechtigten, die dann mit ihrem eigenen Mailbox-Paßwort auf den Server zugreifen können.

Da für Einzellizenzen keine Updates mehr verfügbar sind, muß nach und nach die Verzeichnisstruktur am Software-Server geändert werden: Anstatt wie bisher verschiedene Versionen eines Produkts in Unterverzeichnissen anzubieten, wird in Zukunft für jede Programmversion ein eigenes Verzeichnis angelegt.

Unix-Workstations

Durch abgelaufene und nicht mehr erneuerbare Verträge entfällt bei Unix-Workstations der Support für IBM, Sun und Compaq (früher Digital). Software-Wartungsverträge gibt es jetzt nur mehr für HP und SGI, wobei die Betreuung weiterhin durch die TU Wien erfolgt. Für HP- und SGI-Workstations wird ebenfalls eine jährliche Wartungsgebühr eingehoben (öS 300,- pro Rechner). Wie bisher müssen die Workstations bei uns einmalig um öS 3000,- registriert werden, damit der Software-Support in Anspruch genommen werden kann.

... wann?

Stichtag für die Reform der Standardsoftware-Distribution war der 1. 10. 2000: Seit diesem Zeitpunkt werden alle Bestellungen nur mehr nach dem neuen System bearbeitet. Die Wartungsgebühren für Mietlizenzen und für Unix-Workstations werden ab 1. 1. 2001 verrechnet.

Sammellizenzen aus alten Bestellungen bleiben aktiv, erhalten aber keine Updates mehr. Alle bestehenden Campuslizenzen werden je nach Vertrag in Einzel- oder Mietlizenzen umgewandelt. Bitte beachten Sie, daß Sie bei Mehrfachinstallationen von Campuslizenz-Software Lizenzen nachkaufen müssen, da nun für jeden Rechner, auf dem die Software installiert ist, eine eigene Lizenz benötigt wird! Eine Aufstellung Ihrer derzeit bei uns registrierten Lizenzen können Sie bei Peter Wienerroither anfordern.

Direktinstallation vom Server

Für alle Benutzer von Windows-Systemen steht ebenfalls seit 1. 10. 2000 ein neues Service zur Verfügung: Die Direktinstallation vom Software-Server SWD.UNIVIE.AC.AT. Bisher mußten alle bestellten Produkte zunächst vom Server auf den PC übertragen, dann entpackt und schließlich installiert werden. Nun ist es möglich, manche Produkte direkt vom Server zu installieren. Die technischen Voraussetzungen hierfür finden Sie im Kasten unten.

Aus Kapazitätsgründen können derzeit nur die gängigsten Pakete direkt installiert werden (siehe Softwareliste); darunter sind allerdings auch solche, die bisher nur auf CD-ROM verfügbar waren. Die Möglichkeit zum Download bleibt erhalten, auch können Sie weiterhin CD-ROMs kaufen oder entlehnen. Allen Benutzern, die Lizenzen für Access, Excel, PowerPoint und Word haben, wird auf Wunsch das MS-Office-Paket für die Direktinstallation freigeschaltet.

Kontakt

Neben Peter Wienerroither ist nun auch Christian Marzluf für die Standardsoftware zuständig. Alle Informationen zur Standardsoftware und speziell zur Reform finden Sie im WWW unter http://www.univie.ac.at/ZID/standardsoftware/.

 

Direktinstallation vom Software-Server für Windows-Rechner:
Voraussetzungen & Vorgangsweise

Derzeit funktioniert die Direktinstallation von PC-Software nur mit dem Internet Explorer (getestet ab Version 4). Im Internet Explorer darf kein Proxy-Server eingetragen sein (Sie finden diese Einstellung unter Extras - Internetoptionen - Registerkarte Verbindungen - LAN-Einstellungen). Eine weitere Voraussetzung ist ein einmaliger Eintrag in die Datei lmhosts:

  • Diese Datei finden Sie unter Windows 95/98 normalerweise im Verzeichnis \windows\, unter Windows NT/2000 im Verzeichnis \winnt\system32\drivers\etc\. (Sollte dieses Verzeichnis nicht existieren, müssen Sie die MS-DOS Eingabeaufforderung starten und den Befehl set eingeben. Am Bildschirm erscheint nun eine Parameterliste. Den Namen des richtigen Verzeichnisses finden Sie in der Zeile, die mit windir= beginnt.)
  • Suchen Sie in diesem Verzeichnis nach der Datei lmhosts und öffnen Sie diese mit einem beliebigen Texteditor (z.B. Notepad). Falls die Datei noch nicht existiert, müssen Sie sie mit dem Texteditor neu anlegen.
  • Fügen Sie eine neue Zeile mit folgendem Inhalt ein: 131.130.1.4 swd
  • Speichern Sie die Datei. Beachten Sie bitte, daß der Dateiname keine Extension (wie .txt oder .doc) haben darf und daß das Dateiformat ASCII- oder ANSI-Text sein muß.
  • Die Richtigkeit Ihres Vorgehens können Sie überprüfen, indem Sie in der MS-DOS Eingabeaufforderung den Befehl ping swd eingeben: Erscheint die Fehlermeldung Unbekannter Host, kontrollieren Sie bitte nochmals Ihre Einstellungen.

Die für die Direktinstallation vorbereiteten Produkte sind in der Softwareliste durch das Kürzel [DI] neben dem Produktnamen gekennzeichnet. Wenn Sie am Software-Server SWD.UNIVIE.AC.AT - nach der Anmeldung mit Ihrer UserID und Ihrem Paßwort - in ein solches Produktverzeichnis wechseln, finden Sie neben einem Link für den Download auch einen Link für die Direktinstallation. Ein Klick darauf führt Sie zu einer Seite mit weiteren Informationen; eventuell werden hier auch die für die Installation nötigen Seriennummern angezeigt. Klicken Sie auf Direktinstallation starten! und beantworten Sie die Frage Wie möchten Sie mit dieser Datei verfahren? mit Das Programm von diesem Ort ausführen. Auf die nun folgende Sicherheitswarnung mit der Frage, ob Sie das Programm tatsächlich ausführen möchten, antworten sie mit Ja. Nun brauchen Sie nur noch etwas Geduld, bis das Setup-Programm startet.