Wählleitungsverbindung
mit Windows Millennium Edition (ME)

von Robert Brunnthaler (Ausgabe 00/3, Oktober 2000)

 

Warum Windows ME?

Weil Sie es höchstwahrscheinlich auf Ihrem neuen Rechner vorfinden werden. Komplett-PCs werden seit Erscheinen dieses Betriebssystems damit ausgeliefert, ob man mag oder nicht. Für aktuelle PCs ist Windows ME auch gar keine schlechte Wahl - es ist die Weiterentwicklung von Windows 95 und 98 und soll die bevorzugte Spiel-, Internet- und Heimanwender-Plattform werden. Ein Upgrade Ihres (bereits unter einer Vorgängerversion laufenden) Rechners auf Windows ME sollten Sie sich genau überlegen. Auf Rechnern mit langsameren Prozessoren als Pentium 150 ist eine Installation gar nicht möglich. Falls dieser Mindeststandard erfüllt ist, läßt sich Windows ME zwar installieren, viel Freude werden Sie mit einem solchen System aber nicht haben: Das Arbeiten auf einem solchen Rechner wird eher zu einer "Entdeckung der Langsamkeit", da dieses Betriebssystem alle Ihre PC-Ressourcen verbraucht, bevor Sie noch ein Programm gestartet haben.

Need for Speed

Internetzugang ist längst nicht mehr auf Verbindungen über ein lokales Netzwerk (LAN) mittels Netzwerkkarte oder über Telefonleitungen mittels Modem beschränkt. Kabelgesellschaften bieten Zugang über ihr bestehendes Netz an; auch die Post hat einen solchen "HighSpeed"-Zugang im Programm, der auf ADSL(Asymmetric Digital Subscriber Line)-Technologie beruht. Diese Zugänge bedürfen eines Vertrags mit dem jeweiligen Anbieter und werden üblicherweise auf Basis einer FlatRate (eine fixe, monatliche Gebühr) abgerechnet. Falls Sie intensiv von Ihrem Internetzugang Gebrauch machen, kann sich ein solcher Zugang auszahlen - und schneller ist er außerdem. Die Geräte, die Sie an Ihren Rechner anschließen, um einen solchen Zugang nutzen zu können, werden unter Umständen ebenfalls Modems genannt; die folgende Anleitung hilft Ihnen in diesem Fall aber nicht weiter. Hier geht es um "echte" Modems oder ISDN-Terminaladapter - jene Geräte, die entweder in Ihrem Computer eingebaut sind, als PCMCIA-Karten in Ihrem Notebook zu finden sind oder an der seriellen Schnittstelle Ihres PCs stecken und mit dem Telefonsystem verbunden sind.

Als Studierende/r oder Mitarbeiter/in der Universität Wien brauchen Sie nur:

  • einen Computer,
  • einen Telefonanschluß,
  • ein Modem (wir unterstützen den 56k-Standard V.90 - bitte beim Kauf eines Modems beachten),
  • eine Benutzerkennung (siehe http://www.unet.univie.ac.at/userid.html für Studierende bzw. http://mailbox.univie.ac.at/benutzung.html für Mitarbeiter der Universität Wien) und
  • eine Konfigurationsanleitung für den Wählleitungszugang. Falls Sie nicht Windows Millennium Edition auf Ihrem Rechner installiert haben, hören Sie jetzt bitte zu lesen auf und besorgen sich die für Ihr Betriebssystem vorgesehene Konfigurationsanleitung - entweder auf Papier im Service- und Beratungszentrum des ZID (NIG, Stiege II, 1. Stock) oder aus dem Internet unter http://www.univie.ac.at/ZID/helpdesk.html.

Den Wählleitungszugang zur Uni Wien können Sie nach Bedarf nutzen - außer den während der Verbindung anfallenden Telefongebühren entstehen keine weiteren Kosten. Diese Telefongebühren zahlen Sie mit Ihrer nächsten Telefonrechnung. Vorsicht: Diese Anleitung geht davon aus, daß Sie über einen Festnetzanschluß der PTA einwählen und Ihr Standort in der Regionalzone Wien ist. Falls Sie über einen anderen Anbieter (z.B. Priority) oder ein Handy bei uns einwählen wollen, werden Sie nicht nach dem PTA-Onlinetarif abgerechnet. Erkundigen Sie sich in diesem Fall, welche Kosten für Sie anfallen, vielleicht ist ein anderer Internetzugang günstiger. Für alle, die (aus welchem Grund auch immer) keinen Gebrauch von der Onlinetarif-Rufnummer machen können, haben wir auch "normale" Wiener Rufnummern, um ins Internet einzuwählen (+43 1 40122 für Studierende, +43 1 42726 für Mitarbeiter). Die Einwahl bei diesen Nummern kostet so viel wie ein Telefongespräch zu einer Wiener Festnetznummer - abhängig von Ihrem Standort unterschiedlich viel.

Los geht's

Die Installation Ihres Modems sollte ohne Probleme vonstatten gehen: Windows ME bringt die meisten Treiber mit, außerdem wird ein großer Teil der Installations-CD-ROM auf die Festplatte kopiert. Sie sollten also nie mehr nach dieser CD-ROM gefragt werden. Falls Ihr Modem nicht erkannt wird, sollte die (hoffentlich) mitgelieferte Treiberdiskette helfen; ansonsten versuchen Sie es mit den angebotenen Standardmodemtypen.

  • Ihre Wählleitungsverbindung wird mit Hilfe eines Assistenten hergestellt, der die von Ihnen während der Installation eingegebenen Daten an die richtigen Stellen im System schreibt. Aufrufen können Sie den Assistenten durch einen Doppelklick auf das unten abgebildete Icon; falls Sie es nicht mehr auf Ihrem Bildschirm vorfinden, können Sie ihn auch über Start - Programme - Zubehör - Kommunikation - Assistent für den Internetzugang starten.



  • Das Begrüßungsfenster des Assistenten heißt Sie willkommen und bietet Ihnen drei Möglichkeiten (siehe Abb. 1). Wählen Sie Manuelle Einrichtung der Internetverbindung oder Verbindung über ein lokales Netzwerk (LAN) herstellen und klicken Sie auf Weiter >.
Abb. 1: Fenster Assistent für den Internetzugang, Willkommen
Abb. 1: Fenster Assistent für den Internetzugang, Willkommen
  • Im nächsten Fenster können Sie die Art der Internetverbindung bestimmen. Wählen Sie Verbindung über Telefonleitung und Modem und klicken Sie auf Weiter >.
  • Falls Ihre Standortinformationen noch nie abgefragt wurden, müssen Sie diese jetzt eingeben (siehe Abb. 2):

    • Das Land, in dem Sie sich befinden, ist hoffentlich Österreich (sonst wird die Wählleitungsverbindung ziemlich teuer).
    • Ihre Ortskennzahl sollten Sie wissen - die von Wien ist 1.
    • Wenn Ihr Telefon an eine Telefonanlage angeschlossen ist, können Sie unter Kennzahl für die Amtsleitung die Ziffer eingeben, die Sie wählen müssen, um aus Ihrer Telefonanlage ins öffentliche Telefonnetz zu kommen (meistens 0).
    • Sie können auch bestimmen, ob Sie das MFV (Ton)- oder das IWV (Impuls)-Wählverfahren verwenden wollen. In Österreich ist MFV Standard.
    • Durch Klick auf Schließen können Sie die Abfrage der Standortinformationen beenden.
Abb. 2: Fenster Standortinformationen

Weiter geht's im Assistent für den Internetzugang. In drei Schritten werden alle für die Verbindung notwendigen Parameter abgefragt und an die richtigen Stellen im System geschrieben. Falls Sie schon eine Internetverbindung unter Windows 98 oder 2000 eingerichtet haben, kommen Ihnen diese Schritte sicher bekannt vor:

 

  • Bei Schritt 1 (siehe Abb. 3) wird gefragt, welche Telefonnummer das Modem wählen soll. Wenn Sie Gebrauch vom Onlinetarif machen können, geben Sie als Ortskennzahl 07189 und als Rufnummer 14012 ein. Die Optionen, die sich hinter der Schaltfläche Erweitert befinden, lassen Sie bitte unberührt - sie sind richtig gesetzt. Weiter >.
Abb. 3: Fenster Information zur Verbindung mit dem Internetkonto
Abb. 3: Fenster Information zur Verbindung mit dem Internetkonto
    • Bei Schritt 2 geht es um Ihren Benutzernamen und Ihr Kennwort. Als Benutzername geben Sie als Studierender aMATRIKELNUMMER (z.B. a0815333) an, als Mitarbeiter der Uni Wien Ihre Mailbox-UserID (z.B. broesef7). Als Kennwort geben Sie als Studierender Ihr Unet-Paßwort (das haben Sie bei der Anmeldung selbst gesetzt), als Universitätsmitarbeiter Ihr Mailbox-Paßwort ein. Weiter >.
    • Schritt 3 verlangt nur die Angabe eines Namens, den die Verbindung bekommen soll - Uni Wien ist ein schöner Name. Klick auf Weiter >.
  • Die Wählleitungsverbindung ist jetzt fertig konfiguriert. Sie können durch Ausfüllen weiterer Dialogboxen auch gleich das vorinstallierte Outlook Express als Ihr Standard-Mailprogramm einrichten (eine Anleitung dafür finden Sie unter http://comment.univie.ac.at/99-1/22/). Egal, ob Sie das jetzt tun oder im Internet Mail-Konto einrichten-Dialogfenster Nein aktivieren und auf Weiter > klicken - Sie landen im
  • Assistent für den Internetzugang ist beendet-Fenster, das Ihnen die Möglichkeit gibt, bei aktivierter Checkbox durch Klick auf Fertig stellen die soeben erstellte Internetverbindung auszuprobieren.
  • Das Verbinden mit-Fenster (siehe Abb. 4) ermöglicht es Ihnen nicht nur, durch Klick auf die Schaltfläche Verbinden Ihr Modem wählen und Ihren Computer Teil des Internet werden zu lassen, sondern auch alle Eigenschaften Ihrer Verbindung zu ändern. Sie können Ihr Kennwort speichern (gut für tippfaule Menschen, schlecht bei Computern, zu denen mehrere Menschen Zugang haben) und Ihre Wählparameter (Standort, Amtskennzahl usw.) ändern. Hinter der Schaltfläche Einstellungen verbergen sich alle anderen Parameter der Verbindung. Vorsicht! Alle Optionen sind standardmäßig richtig gesetzt, eine Änderung beschert Ihnen eher Fehlermeldungen als eine optimierte Internetverbindung.
Abb. 4: Fenster Verbinden mit
Abb. 4: Fenster Verbinden mit
  • Sobald die Verbindung steht, wird der Internet Explorer gestartet. Eine Anleitung, wie Sie diesen Browser richtig konfigurieren, finden Sie unter http://comment.univie.ac.at/00-1/28/. Beenden können Sie die Verbindung entweder durch Schließen des Internet Explorer (der Automatische Trennung-Dialog erscheint und fragt, ob die Verbindung beendet werden soll) oder durch Klick mit der rechten Maustaste auf das kleine Icon rechts unten in der Taskleiste, das zwei Computer darstellt, und Auswahl von Trennen. Eine Internetverbindung starten Sie am einfachsten durch Doppelklick auf das Symbol für den Internet Explorer (das blaue e). Dieser bringt automatisch den Verbinden mit-Dialog, der nach Eingabe Ihres Paßworts und Klick auf Verbinden die Internetverbindung herstellt.

Einfacher geht's nicht mehr

Dieser Assistent zum Einrichten einer Internetverbindung ist wirklich gelungen: Nach wenigen Schritten funktioniert alles, und die Werte, die nicht abgefragt werden, sind für die Verbindung zur Universität Wien richtig eingestellt. Für den Fall, daß Sie trotzdem Probleme mit der Verbindung haben, folgt hier eine Liste, in der Sie nachsehen können, ob nicht doch ein Hakerl an der falschen Stelle gesetzt ist.

Klären Sie zuerst, ob wirklich die Verbindung Probleme macht, oder ob nicht nur das eMail-Programm oder der Browser spinnt. Hilfe für Outlook Express finden Sie unter http://comment.univie.ac.at/99-1/22/, für den Internet Explorer unter http://comment.univie.ac.at/00-1/28/. Aus dem Verbinden mit-Dialog kommen Sie durch Klick auf Einstellungen in die unzähligen Fenster, die Sie an den Parametern der Verbindung drehen lassen. Die folgende Aufzählung beschreibt, was in den einzelnen Fenstern stehen sollte.

Registerkarte Allgemein

  • Ortskennzahl: 07189
  • Rufnummer: 14012
  • Landeskennzahl: Österreich (43)
  • Ortskennzahl und Wählparameter verwenden: aktiv (= mit Hakerl)
  • Verbinden über: Ihr Modem

Registerkarte Netzwerk

  • Typ des DFÜ-Servers: PPP: Internet, Windows 2000/NT, Windows ME
  • Erweiterte Optionen: Softwarekomprimierung aktivieren: aktiv;
    Protokoll für die Verbindung aufzeichnen: inaktiv (= ohne Hakerl; dieses Protokoll kann Ihnen zwar bei der Fehlersuche helfen, im Normalbetrieb ist es aber unnötig)
  • Zulässige Netzwerkprotokolle: Nur TCP/IP aktiv, die beiden anderen: inaktiv!
  • TCP/IP-Einstellungen: Vom Server zugewiesene IP-Adresse: aktiv, Vom Server zugewiesene Namensserveradressen: aktiv. Auch die beiden Checkboxen für IP-Headerkomprimierung und Standardgateway: aktiv.
Abb. 5: Registerkarte Netzwerk und Fenster TCP/IP-Einstellungen
Abb. 5: Registerkarte Netzwerk und Fenster TCP/IP-Einstellungen

Registerkarte Sicherheit

  • Authentifizierung: Benutzername: Ihr Benutzername; Kennwort: Ihr Unet- bzw. Mailbox-Paßwort; Domäne: in diesem Feld soll auf keinen Fall etwas stehen; Verbindung automatisch herstellen: inaktiv, es sei denn, Ihre Telefonkosten sind Ihnen völlig egal.
  • Erweiterte Sicherheitsoptionen: Keine der angebotenen Einstellungen darf aktiv sein!

Registerkarte Skript

  • Unter Dateiname darf nichts stehen, da Sie für die Einwahl bei der Universität Wien kein Skript benötigen.

Registerkarte Multilink

  • Keine zusätzlichen Geräte verwenden: aktiv

Registerkarte Wählen

  • Standardinternetverbindung: aktiv; Immer Standardverbindung wählen: aktiv
  • Wahlwiederholungseinstellungen: Geschmackssache
  • Trennen nach Leerlauf aktivieren: Geschmackssache

Wenn Sie wieder auf die Registerkarte Allgemein zurückgehen und dort auf die Schaltfläche Konfigurieren klicken, erscheint das Fenster Eigenschaften des Modems mit noch mehr Registerkarten:

Registerkarte Eigenschaften des Modems - Allgemein

  • Lautstärke: Geschmackssache (bei der Fehlersuche laut drehen - dann hört man, ob das Modem überhaupt richtig wählt)
  • Maximale Geschwindigkeit: Die voreingestellte Geschwindigkeit (115200) sollte funktionieren; bei Problemen kann man die Geschwindigkeit etwas herunterdrehen.

Registerkarte Eigenschaften des Modems - Verbindung

  • Datenbits: 8, Parität: Keine, Stoppbits: 1
  • Die Punkte unter Anrufeinstellungen brauchen nicht aktiv zu sein.
  • Erweitert:
    • Fehlerkontrolle verwenden und Datenkomprimierung: aktiv
    • Flußkontrolle verwenden und Hardware (RTS/CTS): aktiv
    • Modulationstyp: Standard
    • Weitere Einstellungen: Hier können Sie dem Modem Befehle schicken, die es umprogrammieren, bevor es zu wählen beginnt. Das kann sinnvoll sein, um dem Modem Verbindungsversuche mit Protokollen "auszureden", die von den Modems der Universität Wien nicht unterstützt werden (z.B. k56flex), oder um einen ISDN-Terminaladapter auf das richtige B-Kanal-Protokoll (HDLC oder SyncPPP und nicht X.75) zu trimmen. Die richtigen Init-Strings finden Sie in Ihrem Modemhandbuch; tragen Sie sie hier ein.
  • An Protokoll anhängen: Das brauchen Sie nur zur Fehlersuche.

Registerkarte Eigenschaften des Modems - Optionen

  • Keine der Optionen muß aktiv sein.

Registerkarte Eigenschaften des Modems - Anrufweiterleitung

  • Alles inaktiv!

Noch ein Tip

Wenn Sie Dateien aus dem Internet kopieren, sind diese sehr oft komprimiert. Auch Sie sollten Dateien vor dem Versand "zippen", der Empfänger wird es Ihnen danken. Im Gegensatz zu den Vorgängerversionen, bei denen man dafür ein zusätzliches Programm (WinZip war weit verbreitet) installieren mußte, bringt Windows ME ein sehr schönes Tool für den Umgang mit komprimierten Dateien und Ordnern mit. Bei einer Standardinstallation ist dieses Tool aus unerfindlichen Gründen nicht dabei. Sie sollten es mittels Doppelklick auf Arbeitsplatz - Systemsteuerung - Software und Auswahl von Windows Setup - Systemprogramme - Komprimierte Ordner nachinstallieren, es zahlt sich aus.

Und noch ein Tip

Wenn Sie sich den Inhalt des Windows-Verzeichnisses auf Ihrer Festplatte ansehen, werden Sie bemerken, daß dieses Fenster auch den Hinweis Der Inhalt dieses Ordners sollte sorgfältig verändert werden zeigt. Bitte befolgen Sie diese Aufforderung nicht.