eMail-Profitips

von Robert Brunnthaler (Ausgabe 00/3, Oktober 2000)

 

Moderne eMail-Programme geben Ihnen die Möglichkeit, jede Ihrer Nachrichten wie ein Glückwunschtelegramm aussehen zu lassen. Wie zu den Beginnzeiten der elektronischen Textverarbeitung, als jeder Brief wirkte wie eine Einladung zu einem Kindergeburtstag, werden alle diese Features natürlich auch eingesetzt. Bitte bedenken Sie aber, daß die Nutzung aller Möglichkeiten zur "Verschönerung" keineswegs bei allen Empfängern gut ankommt. Menschen, die einen großen Teil ihrer Kommunikation über eMail abwickeln (eMail-Profis?), handeln meistens nach dem Grundsatz

Weniger ist mehr!

Es ist nicht garantiert, daß Ihre mühsam geschriebene, mit einem bewegten Hintergrundbild und stimmungsvoller Musik unterlegte Nachricht überhaupt von mir gelesen werden kann. Beispielsweise kommt die folgende Nachricht:

bei mir unter Umständen folgendermaßen an:

<!doctype html public "-//w3c//dtd html 4.0 transitional//en">
<html>
<body background="cid:part1.39BF742B.E940FC5B@univie.ac.at">
<h1>
<font color="#000000">Hallo!!!</font>
</h1>
<h1>
<font color="#000000">Wie gehts? Schau, wie sch&ouml;n ich eMailen kann</font></h1>
</body>
</html>

Ich lese meine eMail-Nachrichten mit verschiedenen Mailprogrammen, und nicht jedes davon ist in der Lage, mir Bilder und HTML-Formatierungen anzuzeigen - von Sound ganz zu schweigen. Was auf jeden Fall passiert, ist, daß Ihre Nachricht viel mehr Netzwerkverkehr produziert, die Übertragung der Nachricht auf meinen Rechner länger dauert und ich mir aus einem Buchstabensalat Ihre Sätze heraussuchen oder ein zusätzliches Programm starten muß, um die Nachricht anzusehen. Fröhlich macht mich das nicht.

Falls Sie einen Kommunikationspartner haben, von dem Sie wissen, daß er sich darüber freut und daß sein Mailprogramm diese "Verschönerungen" darstellen kann, können Sie bei ihm Ihre gesamte Kreativität in die Ausgestaltung der eMail-Nachricht legen. Bei allen anderen (vor allem bei Menschen, mit denen Sie zum erstenmal per eMail in Kontakt treten): Hände weg von Formatierungen und Hintergrundbildern! Es geht um den Austausch von Informationen mittels Nachrichten. Nachrichten bestehen aus Text. Text besteht aus Buchstaben. Aktivieren Sie den "Plain Text-Editor" in Ihrem Mailprogramm! Wie das geht, können Sie in unseren Konfigurationsanleitungen für Mailprogramme nachlesen.

Außerdem empfehle ich Ihnen, zum Lesen Ihrer eMail-Nachrichten eine Schriftart mit fester Schriftbreite (Fixed Width Font, z.B. Courier) zu verwenden, bei der jedes Zeichen gleich viel Platz braucht. Die Nachricht

Tabellenstand nach der 3. Runde
Rennweg 3 2 1 0 9: 1 7
FavAC 3 2 1 0 9: 3 7
BSV/Vienna Amateure 3 2 0 1 12: 6 6

sieht dann wirklich so aus, wie sie gedacht war. Bei einer Schriftart mit variabler Breite (z.B. Arial) ist sie weitaus unübersichtlicher:

Tabellenstand nach der 3. Runde
Rennweg               3 2 1 0  9:  1  7
FavAC                 3 2 1 0  9:  3  7
BSV/Vienna Amateure  3 2 0 1 12:  6  6

Man kann auch ohne Auszeichnungsmittel wie fetter Schrift oder Unterstreichungen schön strukturierten Text erstellen. Wenn Sie ein Wort hervorheben wollen, können Sie davor und danach einen Stern (*) oder einen Unterstrich (_) setzen:

**Achtung, wichtig!**
Wir treffen uns _nicht_ am Mittwoch, sondern
am _Donnerstag_
um 18:00!

Mit einem Stilmittel sollten Sie besonders vorsichtig umgehen: dem Schreiben in Großbuchstaben. Das wird als SCHREIEN interpretiert! Ich glaube, man sollte möglichst wenig SCHREIEN.

Weitere Tips für den Umgang mit eMail finden Sie in den beiden Comment-Artikeln POP Art und Return to Sender, Address unknown....