Windows 2000
HiTech-Fenster oder Glasbruch?

von Peter Wienerroither (Ausgabe 00/2, Juni 2000)

 

Lizenzen

Seit Beginn des Jahres ist Windows 2000 für die Institute der Universität Wien beim ZID erhältlich (derzeit in deutsch und englisch; für die englische Version gibt es zusätzlich auch ein Multi Language Pack, mit dem man zwischen verschiedenen Sprachen umschalten kann). Windows NT-Lizenzen können, sofern sie ebenfalls beim ZID bestellt wurden und nicht älter als drei Jahre sind, gratis auf Windows 2000 erneuert werden. Wenn Sie Windows 3.1, 95 oder 98 updaten wollen, müssen Sie Windows 2000 um öS 300,- pro Lizenz bei uns bestellen, da es lizenzrechtlich kein Update gibt.

Windows 2000 Server ist ebenfalls erhältlich; eine Lizenz kostet jedoch öS 2.500,-. Das Update von Windows NT Server ist gratis, wenn die Lizenz bei uns bezogen wurde und nicht älter als drei Jahre ist. Bitte beachten Sie, daß für jeden an einen Windows 2000-Server oder NT-Server angeschlossenen Client eine ClientAccess-Lizenz zu bestellen ist (5 ClientAccess-Lizenzen kosten öS 300,-).

Systemvoraussetzungen

Laut Microsoft findet Windows 2000 mit einem 133 MHz-Pentium-Prozessor, 64 MB RAM und 650 MB freiem Plattenplatz das Auslangen. Nach unseren Erfahrungen benötigt man für ein sinnvolles Arbeiten mit Windows 2000 jedoch zumindest einen 200 MHz-Pentium-Prozessor, 128 MB RAM und 1 GB freien Plattenplatz; für die Server-Version sollte es sogar deutlich mehr sein. Alle wichtigen Informationen für das Upgrade auf Windows 2000 (z.B. Systemcheck, Hardware-, Software- und BIOS-Kompatibilität) finden Sie unter http://www.microsoft.com/windows2000/upgrade/.

Alles neu

Die augenfälligste Neuerung bei Windows 2000 ist das optische Erscheinungsbild - die Oberfläche wurde noch etwas schöner und aufwendiger gestaltet. Positiv zu vermerken ist auch die einfachere Systemverwaltung: Die Systemsteuerung ist übersichtlicher und intuitiver, allerdings findet man viele Einstellungen nicht mehr am gewohnten Platz.

Ein leidiges Problem von Windows NT waren die Treiber: Nur wenige Hersteller lieferten zu ihrer Hardware auch Treiber für NT. Windows 2000 ist in dieser Hinsicht schon vom Start weg besser ausgerüstet, allerdings mit dem Nachteil einer neuen Treiberarchitektur - d.h. Geräte, für die es unter NT Treiber gab, müssen nicht zwangsläufig unter Windows 2000 funktionieren. Falls Sie also mit dem Gedanken spielen, Ihr System auf Windows 2000 aufzurüsten, sollten Sie vorher sicherstellen, daß Sie alle erforderlichen Treiber zur Verfügung haben. Dies gilt insbesonders für alte oder exotische Hardware sowie Zusatzgeräte wie Scanner, Eingabegeräte, Drucker, Sound-Equipment etc. Auch die dazugehörige Software kann unter Windows 2000 Probleme machen.

Andererseits wurden unter Windows 2000 einige Dinge verbessert, die es unter Windows NT nur schlecht oder gar nicht gab: Unterstützung von Plug&Play-Hardware, USB- und Firewire-Bus, Infrarot-Schnittstellen, Powermanagement usw. Nicht nur für Spielernaturen wurde DirectX zur besseren Nutzung von Grafik und Sound integriert. Auch die Installation und vor allem die Deinstallation von Software wurde verbessert - das ungefragte Überschreiben und versehentliche Löschen von Systemdateien sollte jetzt der Vergangenheit angehören. Auch die lästigen Neustarts nach Konfigurationsänderungen und Programminstallationen konnten drastisch reduziert werden.

Windows 2000 Server beinhaltet auch die Terminal Server-Funktionalität. Geplant sind noch der Advanced Server, der bis zu 8 Prozessoren, 8 GB Speicher, Lastverteilung auf bis zu 32 Server und Clusterbetrieb mit 2 Servern unterstützt, sowie der Datacenter Server, der eine weitere Steigerung des Advanced Server darstellt.

Ich will?

Insgesamt hat Windows 2000 doch einiges zu bieten. Bevor Sie aber zum Bestellformular für Standardsoftware greifen, möchte ich an einen bewährten Grundsatz der EDV-Welt erinnern: Never touch a running system!