Internet Explorer

von Robert Brunnthaler (Ausgabe 00/1, März 2000)

 

Nachdem Microsoft begonnen hatte, das Internet ernstzunehmen, wurde ein Konkurrenzprodukt zum damals allgegenwärtigen WWW-Browser Netscape Navigator entwickelt. Bis Version 2 konnte man den Internet Explorer bestenfalls als Studie bezeichnen, seit Version 3 ist er akzeptabel und durch die Integration in alle Windows-Versionen mittlerweile zum Marktführer geworden. Seit Version 4.0 wird das brauchbare eMail-Programm Outlook Express standardmäßig mitinstalliert; auf die Konfiguration von MS-Outlook wird allerdings im folgenden nicht eingegangen (eine Beschreibung dafür ist im Service- und Beratungszentrum des Zentralen Informatikdienstes erhältlich).

Obwohl der Internet Explorer auch für Windows 3.11 verfügbar ist, müssen sich Benutzer dieses Betriebssystems damit abfinden, daß das WWW kein Multimedia-Erlebnis für sie sein wird: Windows 3.11 läuft üblicherweise auf Rechnern, die solche "Killerapplikationen" wie die allerneuesten Browser nicht zulassen - installieren Sie Netscape 3.*. Bei modernen Mac-Versionen ist ein Internet Explorer in der Version 4.5 vorinstalliert; die Konfiguration verbirgt sich hier hinter dem Symbol Optionen in der Symbolleiste.

Die folgende Anleitung beschreibt die Installation und Konfiguration des Internet Explorer 5.0 (deutsch) unter Windows 98. Die im Abschnitt Konfiguration angeführten Punkte sind aber auch für Menschen hilfreich, die eine andere Version des Internet Explorer verwenden.

Installation

Diese Beschreibung geht davon aus, daß Sie den Internet Explorer von CD-ROM installieren. Sie werden ihn auf den meisten Shareware-/Freeware-CD-ROMs finden, die z.B. Computerzeitschriften beiliegen; auch im Service- und Beratungszentrum des ZID können Sie eine solche CD-ROM erstehen. Von der Installation übers Netzwerk rate ich Modem-/ISDN-Benutzern ab: Das Programm ist dafür einfach zu umfangreich.

Los geht's: Doppelklick auf die Datei ie5setup.exe - Sie werden gefragt, ob Sie die angeführten Lizenzbestimmungen akzeptieren (siehe Abb. 1) - nach Auswahl von Ich stimme dem Vertrag zu können Sie auf Weiter klicken, um die Installation zu starten.

Abb. 1: Bestätigen der Lizenzbestimmungen

Im nächsten Dialogfenster werden Sie gefragt, ob Sie eine Standardinstallation wollen oder ob Sie die Installation an Ihre Bedürfnisse anpassen möchten. Die folgende Beschreibung geht davon aus, daß Sie in diesem Fenster Minimal Installieren oder Browser anpassen aktivieren und danach auf Weiter
klicken.

Falls Sie das tun, öffnet sich das Optionen für Komponenten-Fenster (siehe Abb. 2), in dem Sie auswählen können, welche Zusatzprogramme und Sprachunterstützungen der Installation hinzugefügt werden sollen und wohin der Internet Explorer installiert werden soll. Hinter dem Knopf Erweitert in diesem Fenster verbergen sich drei sehr wichtige Einstellungen:

  • Dateitypen nicht zuordnen
    ist interessant, wenn Sie einen anderen Standardbrowser verwenden und nicht wollen, daß automatisch der Internet Explorer 5 gestartet wird, wenn Sie sich z.B. ein HTML-Dokument ansehen möchten.
  • Kompatibilität
    Falls Sie selbst WWW-Seiten erstellen, können Sie nicht genug Browser auf Ihrem Rechner installiert haben, um zu kontrollieren, wie Ihre Ergüsse mit einem Konkurrenzprodukt oder einer Vorgängerversion des gerade aktuellen Browsers aussehen. Diese Option gibt Ihnen die Möglichkeit, die Version 4 des Internet Explorer parallel zur (gerade zu installierenden) Version 5 zu betreiben.
  • Nur Download
    Falls Sie entgegen der obigen Empfehlung Ihren Internet Explorer aus dem Netzwerk installieren, können Sie hier bestimmen, daß alle zur Installation benötigten Dateien zuerst auf Ihren Rechner übertragen werden, bevor die Installation tatsächlich beginnt. Wenn Sie aus dem Netz installieren, sollten Sie unbedingt diese Installationsvariante wählen, da Sie mit den lokal gespeicherten Dateien jederzeit eine Neuinstallation vornehmen können und nicht alles nochmals übertragen müssen.
Abb. 2: Fenster Optionen für Komponenten und Dialog Erweitert

Nachdem Sie alle Einstellungen auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt haben, klicken Sie auf Weiter. Nun wird die eigentliche Installation durchgeführt. Danach braucht der Computer natürlich einen Neustart; klicken Sie im dafür vorgesehenen Fenster auf Fertig stellen. Sobald Ihr Computer "durchgestartet" und die Installation dadurch beendet hat, können Sie den Internet Explorer durch Doppelklick auf das blaue e auf Ihrem Desktop verwenden. Falls Sie über eine bestehende Internetverbindung verfügen, startet der Internet Explorer ohne weitere Fragen mit seiner Standardkonfiguration. Diese zu verändern ist sehr sinnvoll; wie das geht, wird im folgenden Abschnitt beschrieben.

Konfiguration

Im Menü Ansicht können Sie einige Einstellungen zum aktuellen Erscheinungsbild des Internet Explorer vornehmen: Die Schriftgröße, mit der der Text von Webseiten angezeigt werden soll, bestimmen Sie im Menüpunkt Schriftgrad; welche Symbole in die Symbolleiste aufgenommen werden sollen, ist im Menüpunkt Symbolleisten festzulegen.

Ihre "Favoriten" (so werden beim Internet Explorer die Bookmarks genannt) finden Sie im Menü Favoriten. Dort können Sie auch neue Favoriten hinzufügen oder mittels Favoriten verwalten diese organisieren. Die Verwaltung der Favoriten ist beim Internet Explorer denkbar einfach; die Weiterverwendung derselben auf einem anderen Rechner ist aber umständlich, da sie - anders als bei Netscape - nicht in einer HTML-Datei gespeichert werden. Um Ihre Favoriten in einer Standard-bookmark.htm-Datei unterzubringen, die Sie z.B. auf Diskette mit sich tragen oder per eMail verschicken können, wählen Sie im Menü Datei den Eintrag Importieren und Exportieren und danach Favoriten exportieren. Dadurch wird eine Datei erstellt, die von jedem Browser gelesen werden kann.

Alle anderen Einstellungen sind in der Systemsteuerung unter dem Punkt Internetoptionen vorzunehmen, der auch aus dem Internet Explorer über den Menüpunkt Extras - Internetoptionen (bei Version 4 über Ansicht - Internetoptionen) aufgerufen werden kann. Im Fenster Internetoptionen finden Sie eine Registerkarten-Struktur: Oben können Sie aus sechs Kategorien auswählen und diese anschließend genauer bearbeiten. Ihre Einträge werden durch Klick auf OK oder Übernehmen gesichert; wenn Sie das Fenster durch Klick auf Abbrechen oder das X rechts oben verlassen, werden die Änderungen nicht übernommen. Falls Ihre Änderungen einmal nicht wirksam werden sollten, obwohl Sie auf OK geklickt haben, beenden Sie den Internet Explorer und starten Sie ihn neu - meistens hilft das.

Registerkarte Allgemein

Unter Startseite können Sie den URL (oder den lokalen Pfad) des Dokuments angeben, mit dem Sie der Internet Explorer begrüßt, wenn Sie ihn starten oder wenn Sie auf das kleine Haus in der Symbolleiste klicken - beispielsweise www.univie.ac.at (oder C:\Meinedateien\Meinebookmarks.html).

Durch Klick auf das Icon Verlauf in der Symbolleiste des Internet Explorer können Sie sich in einem Teil Ihres Browserfensters eine schön formatierte Liste der in den letzten Tagen oder Wochen besuchten WWW-Seiten anzeigen lassen. In der Registerkarte Allgemein können Sie im Bereich Verlauf bestimmen, wie lange diese Seiten aufgehoben werden sollen. Falls Sie verheimlichen wollen, in welchen Tiefen des Netzes Sie sich in letzter Zeit herumgetrieben haben, können Sie hier durch Klick auf den entsprechenden Button den "Verlauf" leeren (siehe Abb. 3).

Abb. 3: Fenster Internetoptionen, Registerkarte Allgemein

Was Sie unter Farben, Schriftarten, Sprachen und Eingabehilfen einstellen können, sollte selbsterklärend sein; nähere Betrachtung verdient aber der Bereich Temporäre Internetdateien. Durch Klick auf Einstellungen können Sie den Umgang des Internet Explorer mit solchen temporären Dateien beeinflussen (siehe Abb. 4). Das Surfen im Netz wird durch das lokale Zwischenspeichern von bereits übertragenen Dateien extrem beschleunigt - Seiten, die Sie vor kurzem erst besucht haben, erscheinen wesentlich schneller am Bildschirm als neu aufgerufene. Vergleichen kann man das mit dem Abholen eines Formulars von einem Amt: Wenn Sie einmal den Gang aufs Amt getan haben, werden Sie das Formular jedesmal, wenn Sie es brauchen, im Haus kopieren. Erst wenn sich das Formular verändert hat, müssen Sie wieder aufs Amt, um eine neue Kopiervorlage zu holen. WWW-Browser erledigen das für Sie selbständig, wenn Sie im Einstellungen-Dialogfenster Automatisch auswählen. So wie es seltsame Ämter gibt, gibt es aber auch Websites, die mit diesem Automatismus nichts anfangen können. Dazu gehört z.B. der Online-Katalog der Universitätsbibliothek Wien - wenn Sie dort recherchieren wollen, sollten Sie hier Nie aktivieren, um auch wirklich die Ergebnisse zu bekommen, nach denen Sie gesucht haben, und nicht den Schnee von gestern. Der Eintrag Nie empfiehlt sich auch, wenn Sie eine HTML-Seite erstellt und auf den Webserver übertragen haben und nun mit Ihrem Browser kontrollieren wollen, wie sich die lokal noch grandios aussehende Seite in der weiten Welt so darstellt und ob alle Links funktionieren. Im Einstellungen-Dialogfenster können Sie außerdem festlegen, wieviel Platz Sie auf Ihrer Festplatte für die temporären Internetdateien zur Verfügung stellen wollen.

Abb. 4: Fenster Einstellungen für Temporäre Internetdateien

Registerkarte Sicherheit

In dieser Registerkarte (siehe Abb. 5) merkt man schnell, daß ein moderner Browser weitaus mehr ist als ein Werkzeug zum Anzeigen von Hypertext-Dokumenten: Die Anzahl der möglichen Optionen macht eine Beschreibung derselben im Rahmen dieses Artikels unmöglich. Sie können hier Websites in vier Kategorien einteilen und diese dann einzeln absichern. Ich kenne niemanden, der sich diese Arbeit antut. Die Standardeinstellungen (diese sind nach einer Neuinstallation bzw. nach Klick auf Standardstufe wirksam) sind als eher unsicher einzustufen - immer wieder kommen Meldungen, daß dieser oder jener Menüpunkt in den Sicherheitseinstellungen unbedingt zu ändern sei. Diese Warnungen sind absolut berechtigt, aber Sie werden merken, daß bei restriktiveren Sicherheitseinstellungen sehr viele Funktionen auf sehr vielen Webseiten einfach nicht funktionieren, daß z.B. Links nicht anklickbar sind oder dubiose Fehlermeldungen erscheinen.

Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder Sie stellen Ihren Browser als sehr sicher ein, ärgern sich darüber, daß Webdesigner davon ausgehen, daß Sie diese Einstellungen nicht vorgenommen haben, und meiden Websites, die nur bei unsicheren Einstellungen funktionieren; oder Sie lassen die Standardeinstellungen wirksam sein und leben damit, daß das Surfen im Internet mit diesen Einstellungen gefährlich ist. Auf keinen Fall sollten Sie aber die Standardeinstellungen weiter abschwächen!

Abb. 5: Registerkarte Sicherheit und Dialog Sicherheitseinstellungen

Registerkarte Inhalt

Die Filter, die Sie beim Inhaltsratgeber aktivieren können, sind nicht wirklich brauchbar. Diese Filter gehen davon aus, daß sich Betreiber von Websites bei einer Organisation registrieren, was aber nur wenige tun. Sobald Sie die Filter aktiviert haben, können Sie nur mehr auf einen sehr kleinen Teil des Internet - hauptsächlich Microsoft-Sites - zugreifen, und eine Recherche im Netz wird unmöglich. Die meisten Anfragen zu diesen Filtern kommen von Menschen, die damit herumgespielt, ein Paßwort gesetzt und es vergessen haben (eine Anleitung, wie Sie den Paßwortschutz deaktivieren können, finden Sie z.B. unter http://www.heise.de/ct/faq/hotline/99/21/16.shtml).

An den Einstellungen unter Zertifikate brauchen Sie nichts zu ändern, und hinter dem Punkt AutoVervollständigen verbirgt sich viel Magie. Hier können Sie einstellen, ob

  • der Browser URLs automatisch vervollständigen soll (sobald Sie die ersten Buchstaben eines URL eintippen, versucht der Browser zu erraten, welche Webseite Sie jetzt aufrufen wollen),
  • sich der Browser merken soll, wie Sie Webformulare ausfüllen, und das beim nächsten Formular automatisch tut, und
  • ob Benutzernamen und Kennwörter, die Sie in Webmasken eingeben, gespeichert und beim nächsten Besuch dieser Webmasken automatisch eingetragen werden sollen.

Ob Sie diese Automatismen mögen oder nicht, ist Geschmackssache. Wichtig ist, daß Sie wissen, daß man sie unter Extras - Internetoptionen - Inhalt abstellen und die gespeicherten Informationen wieder löschen kann.

Registerkarte Verbindungen

Wenn Sie mittels Modem ins Internet gelangen, ist der obere Teil dieses Fensters sehr interessant für Sie: Durch Klick auf Setup können Sie mit Hilfe eines Assistenten eine Internetverbindung einrichten. Diesen Weg möchte ich hier nicht beschreiben (wie Sie Ihren Rechner per Modem mit dem Internet verbinden können, ist in den Wählleitungsverbindungs-Konfigurationsanleitungen erläutert, die im Service- und Beratungszentrum erhältlich sind).

In dieser Registerkarte können Sie außerdem bestimmen, welche Ihrer Verbindungen - falls Sie über mehrere verfügen - die Standardverbindung sein soll und ob diese beim Start des Internet Explorer ebenfalls automatisch gestartet werden soll.

Wichtig ist der Knopf Einstellungen (für Modem-Benutzer; falls Sie über mehrere Wählleitungsverbindungen verfügen, wirken sich die in diesem Dialog vorgenommenen Änderungen immer auf die gerade aktive - färbig unterlegte - Verbindung aus) bzw. LAN-Einstellungen (falls Sie Ihre Verbindung zum Internet über eine Netzwerkkarte herstellen; als StudentConnect-Benutzer gehören Sie auch zu dieser Gruppe): Dahinter verbirgt sich die Proxy-Konfiguration (siehe Abb. 6). Wie das oben besprochene lokale Abspeichern von Webseiten beschleunigt auch der Eintrag eines Proxy-Servers die Darstellung von Webseiten. Wenn Sie vom StudentConnect-Angebot der Firma Telekabel Gebrauch machen, sind Sie sogar gezwungen, einen Proxy zu verwenden. Aktivieren Sie Automatisches Konfigurationsskript verwenden und tragen Sie in das Adresse-Feld den URL www.univie.ac.at/proxy ein.

Abb. 6: Registerkarte Verbindungen und Dialog Einstellungen für lokales Netzwerk (LAN)

Registerkarte Programme

Hier können Sie bestimmen, welche Anwendungen für Dienste wie eMail oder NetworkNews gestartet werden sollen. Sie haben natürlich nur Programme zur Auswahl, die auf Ihrem System installiert sind und die vom Internet Explorer erkannt werden.

Registerkarte Erweitert

Alle Einstellungen, die in den vorher besprochenen Kategorien keinen Platz gefunden haben, finden Sie hier. Die Standardwerte sind gut gesetzt; wenn Sie mit diesen Einstellungen herumexperimentieren, merken Sie sich bitte, welche Punkte Sie verändert haben, damit Sie wissen, wie Sie wieder in den vorigen Zustand zurückkommen, wenn der Browser nach einer Änderung nicht mehr so tut, wie er soll. Die Standardwerte können Sie jederzeit durch Klick auf Standard wiederherstellen zurückholen.

Warum Internet Explorer?

Weil man ihn im Regelfall vorinstalliert auf seinem Rechner findet. Probieren Sie trotzdem die Konkurrenzprodukte, es zahlt sich aus.