So klein sind jetzt die Großrechenanlagen

von Herbert Stappler (Ausgabe 00/1, März 2000)

 

Viele Jahre lang war die zentrale VM-Großrechenanlage die mit Abstand wichtigste EDV-Einrichtung der Uni Wien. Diese Epoche fand zwar 1999 mit der Einstellung des allgemeinen Benutzerbetriebs und der Auflassung des Bibliothekssystems BIBOS ihr Ende; da aber für zahlreiche Applikationen der Universitätsverwaltung eine solche Maschine noch einige Jahre lang erforderlich ist, wurde ein neuer Rechner für das Betriebssystem VM angeschafft.

Es zeigte sich dabei, daß auch in diesem Bereich der EDV die Zeit nicht stehengeblieben ist: Der neue, auf CMOS-Technologie basierende VM-Rechner der Type Comparex C2000 214 weist bei fast gleichem Leistungsvermögen drastisch verbesserte Kenndaten gegenüber dem alten, "klassischen" Mainframe auf. So wiegt die neue Maschine nur noch 440 statt 6300 kg, und die Stellfläche reduzierte sich von mehr als 10 m2 auf 0,6 m2. Am deutlichsten ist die Reduktion beim Stromverbrauch ausgefallen: Die alte Anlage benötigte noch 56 kW, die von einer Klimaanlage wieder abgeführt werden mußten, welche dazu etwa noch einmal dieselbe Strommenge verbrauchte. Der neue Rechner kommt mit 1,5 kW aus, sodaß auf die aufwendige Wasserkühlung verzichtet werden kann - eine konventionelle Luftkühlung reicht völlig aus. Nicht zuletzt ist erfreulicherweise auch der Preis derartiger Maschinen mittlerweile so weit gesunken, daß er den Vergleich mit den Anschaffungskosten größerer Server im PC- oder Unix-Bereich nicht mehr zu scheuen braucht.